Pressespiegel


05.11.2019: Wittener Fähre „Hardenstein“ verbucht Fahrgast-Rekord

Begeistert Ruhrtal-Touristen: Die Wittener Elektrofähre Hardenstein hat den Fährbetrieb 2019 eingestellt. Sie pendelt zwischen Burgruine und Königlichem Schleusenwärterhaus in Witten-Heven, ein wichtiger Service gerade für Nutzer des Ruhrtalradweges. Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services
Begeistert Ruhrtal-Touristen: Die Wittener Elektrofähre Hardenstein hat den Fährbetrieb 2019 eingestellt. Sie pendelt zwischen Burgruine und Königlichem Schleusenwärterhaus in Witten-Heven, ein wichtiger Service gerade für Nutzer des Ruhrtalradweges. Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

WAZ. Mit 172.000 Fahrgästen endet die Saison der Wittener Ruhrtalfähre „Hardenstein“. Am 5.11. kommen sie und ihre kleine Schwester aufs Trockendock.

Die Wittener Fähre Hardenstein hat in dieser Saison rund 172.000 Fahrgäste über die Ruhr befördert – ein neuer Rekord. Nach so viel Fleißarbeit hat sie sich den Winterschlaf redlich verdient. Der Fährbetrieb endete bereits am 31. Oktober.

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04.10.2019: Königliches Schleusenwärterhaus in Witten macht Winterpause

Im Sommer ein beliebter Treffpunkt – nicht nur für Radler: das Königliche Schleusenwärterhaus in Heven. Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services
Im Sommer ein beliebter Treffpunkt – nicht nur für Radler: das Königliche Schleusenwärterhaus in Heven. Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

WAZ. Die Ruhrtalfähre Hardenstein fährt noch bis zum Monatsende, das Königliche Schleusenwärterhaus verabschiedet sich am Sonntag in die Winterpause.

Alle, die in diesem Sommer dort Rast gemacht haben, werden es vermissen: Das Königliche Schleusenwärterhaus in Heven (Insel 1) verabschiedet sich am Sonntag (6.10.) in die Winterpause. In der kalten Jahreszeit ist das nahe gelegene Zollhaus Herbede (Ruhrtal 1) weiterhin geöffnet und empfängt seine Gäste mit frischem Kaffee, selbst gebackenem Kuchen und einer herzhaften Speisenauswahl.

Das im idyllischen Ruhrtal gelegene Zollhaus (Ruhrtal 1) eignet sich auch für gemütliche Jahresabschlüsse und besinnliche Weihnachtsfeiern. Bis zu 40 Personen finden in den Räumen Platz. Die Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 12 bis 18 Uhr, Freitag bis Sonntag und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr. Die Ruhrtalfähre Hardenstein bleibt noch bis Ende Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr im Einsatz.

WAZ-Bericht

16.09.2019: Gaststätte Zum Alten Fritz erstrahlt in einem neuen Glanz

Im Mai war klar, die Gaststätte Zum Alten Fritz in der Wittener Augustastraße ist gerettet. Darüber freuten sich (von li.): Simone Germer, Susanne Fuchs, Ali Deghan und Saad Doragjy Raghiveh (Koch). Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services
Im Mai war klar, die Gaststätte Zum Alten Fritz in der Wittener Augustastraße ist gerettet. Darüber freuten sich (von li.): Simone Germer, Susanne Fuchs, Ali Deghan und Saad Doragjy Raghiveh (Koch). Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

WAZ. Totgeglaubte leben länger: Die Gaststätte Zum alten Fritz, die beinahe schließen musste, erstrahlt in neuem Glanz. Neue Speisenkarte inklusive.

Anfang des Jahres stand es um die Zukunft der Gaststätte Zum alten Fritz in der Augustastraße nicht zum Besten. Der Grund: hohe Kosten, zu wenig Erlös und der räumliche Zustand der Eckkneipe, die optisch schon in die Jahre gekommen war. Jetzt erstrahlt das Lokal in neuem Glanz: Es wurde frisch gestrichen.

Die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung (Wabe), die die Gaststätte betreibt, hat sich dafür stark gemacht, dass Zum alten Fritz nicht schließen musste. Die Arbeit und der Einsatz des sechsköpfigen Teams der Gaststätte – Flüchtlinge und arbeitslose Menschen – waren nicht umsonst. Auch das Engagement ehrenamtlicher Helfer habe dazu geführt, dass das Projekt „Fritz“ weiter bestehen kann, heißt es von der Wabe. Über Monate hat sich eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe mit dem Namen „Rettung des Alten Fritz“ herausgebildet. In der Sommerpause wurden Ideen in die Tat umgesetzt. Decken und Wände der Gaststätte wurden gestrichen. Auch die alte Holzvertäfelung hat jetzt einen frischeren Farbton.

Was sich auch geändert hat: Im Lokal wird es kein gezapftes Bier mehr geben, da sich die Energiekosten für die Kühlung nicht gerechnet haben. Doch die Gäste sollen nicht auf gekühltes Bier verzichten müssen. Deshalb wird ab sofort regionales Flaschenbier angeboten. Auch das Speisenangebot wurde überarbeitet. Das Essen bereiten Koch Saad Doraji Raghiveh und sein Team frisch zu.

Am kommenden Donnerstag (19.9.) wird ab 18 Uhr ein All you can eat- Buffet angeboten. Wer kommen möchte, muss sich vorher bitte anmelden: 02302-1692054 oder über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Treffpunkt ist die Augustastraße 27. Zum alten Fritz hat dienstags bis samstags immer von 18 bis 22 Uhr geöffnet.

WAZ-Bericht

05.08.2019: Wattenscheider Fährmann setzt hunderte Radfahrer über

Christoph Heemann aus Wattenscheid ist Schiffsführer auf der Fähre Hardenstein. Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services
Christoph Heemann aus Wattenscheid ist Schiffsführer auf der Fähre Hardenstein. Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

WAZ. Es ist nicht die weite Welt, nicht der endlose Ozean, aber es ist schon ein bisschen eine andere Welt. Leise vor allem, grün drumherum. Vielleicht nicht für jede Großstadtpflanze ideal, für Christoph Heemann schon. Nach Feierabend kann er zurück in die Wattenscheider Innenstadt, „seine Ruhe“ auf dem Balkon finden. Denn das hier ist ja auch Arbeit: Heemann ist hauptamtlicher Schiffsführer auf der Ruhrfähre an der Ruine Hardenstein.

Der Weg zum Wasser war für den 51-Jährigen vorbestimmt, „das Segeln habe ich in Wattenscheid gelernt“, meint er schmunzelnd. Soll heißen, er hat schon als Teenager Wassersport betrieben, war in der Jungen Gemeinde im Segel- und Bootsbauverein und hat dann an der Ostsee in Scharbeutz mit 16 Jahren den Segelschein gemacht. „Die selbst gebauten Kähne sind dann auf dem Ijsselmeer in Holland vom Stapel gegangen, auch schon anders als am Kemnader See“, weiß Heemann.

Datenbank-Administrator war er an der Uni in Hagen, und hat sich nicht darauf verlassen, dass er das ewig bleiben würde. Und Neptun muss wohl ein Auge auf Heemann („wie Seemann!“) geworfen haben. Denn er kam zunächst ehrenamtlich in das Team der Helfer, und dann über die „Wabe“, die „Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung“, dauerhaft und in Vollzeit zur Fährstelle gegenüber der Ruine Hardenstein.

Denn der Betrieb auf dem Ruhrtal-Radweg wuchs immens, die Zahl der Fähr-Gäste entsprechend, und die wollten keine Wartezeiten von bis zu zwei Stunden an der kleinen Fähre in Kauf nehmen. Die liegt heute am Ufer. Die große, die Heemann jetzt im Schichtbetrieb zwischen März und Oktober bedient, fasst 50 Fahrgäste, oder 35 mit Fahrrädern, und pendelt laufend. „Die räumt schon richtig ab“, weiß Heemann.

„Zahl’, was es Dir wert ist!“ steht le­dig­lich auf dem Hin­weis­schild am Ufer, denn einen fest­ge­setz­ten Tarif für die Über­fahrt gibt es nicht. Zwei Käs­ten sind an der Re­ling mon­tiert.

„Wir neh­men aber auch Kre­dit­kar­ten“, ver­rät Chris­toph Hee­mann schmun­zelnd, „aber nur un­ter­schrie­ben“. Tat­säch­lich trägt sich der Fähr­be­trieb in­zwi­schen selbst, über­schlägt er.

Die hat die Mannschaft sogar selbst gebaut, „auf der Wiese nebenan, mit Lehrlingen der Deutschen Edelstahlwerke“, und für die Koordination und die Verantwortung wurde der Wattenscheider ausgeguckt. Er legte vor der Bezirksregierung Duisburg die Prüfung ab und ist nun Schiffsführer mit Patent. „Das ist aber eins der kleinsten“, erklärt er.

In Theorie und Praxis sowie der Technik musste er sich auskennen, inzwischen darf er sogar selbst ausbilden, und hat damit das Hobby zum Beruf gemacht. „Das war nicht geplant“, meint er rückblickend. „Erst wurden Ehrenamtler gesucht und dann sind sie bei der Suche nach einem Koordinator auf mich gekommen, ich hatte gerade mal den Sportbootführerschein.“

In der Woche ist es recht ruhig, vergleicht Heemann, während er den nächsten Trupp Radler empfängt, „so 400, 500 Passagiere am Tag vielleicht, aber an guten Sonntagen dafür schon mal 3000“. Staunende Gäste hat er nicht nur aus dem Ausland, selbst aus den Revier-Nachbarstädten wollen die Besucher oft nicht glauben, wie es im Ruhrtal aussieht. „Das ist schon was Besonderes, eine einzigartige Landschaft“, räumt er ein, „aber ich kann eben auch jeden Abend wieder nach Hause fahren. Die Mischung macht’s“.

Dass er mit dem Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen nach der Saison im Herbst und Winter in ein Stimmungsloch fallen könnte, weist Christoph Heemann zurück. Die Wartung für die kleine und die große Fähre steht an, auch das gut 200 Jahre alte Schleusenwärterhaus muss ständig instand gehalten werden. Es herrscht ständig Betrieb, durch die Reisenden und für die Reisenden. Deren Schutzpatron übrigens Christophorus ist. Und der der Seefahrer und Flößer.

WAZ-Bericht von Uli Kolmann

17.07.2019: Die Wittener Wabe legt sich einen Elektrotransporter zu

Wittens Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch (rechts, mit Ladestation) präsentiert mit Ruhrtal-Ranger Alfred Frielinghausen (links) und Andreas Polzin den neuen Elektrotransporter. Polzin arbeitet in der Radstation und wird das E-Auto fahren, um damit Lebensmittel und Fertigspeisen zu transportieren. Foto: WABE
Wittens Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch (rechts, mit Ladestation) präsentiert mit Ruhrtal-Ranger Alfred Frielinghausen (links) und Andreas Polzin den neuen Elektrotransporter. Polzin arbeitet in der Radstation und wird das E-Auto fahren, um damit Lebensmittel und Fertigspeisen zu transportieren. Foto: WABE

WAZ. Die Wittener Wabe hat jetzt einen Elektrotransporter. Damit will sie ihren CO2-Ausstoß weiter verringern. Es gibt noch mehr Klimaschutz-Pläne.

Die Wabe hat sich einen Elektrotransporter angeschafft. Damit will die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung Fertigspeisen und Lebensmittel für ihren Catering-Service ausliefern, „umweltbewusst innerhalb von Witten“, wie es heißt. Der Verein holt zum Beispiel viermal wöchentlich Kantinenessen von den Stadtwerken Bochum ab, um es zu den Stadtwerken Witten zu bringen.

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08.07.2019: Beim Krimi-Dinner fallen im Alten Fritz in Witten Schüsse

Patrick Johal (35) alias Thomas Daniel richtet seine Pistole auf Isabel Strumberg (40) alias Kellnerin Gabriela. Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services
Patrick Johal (35) alias Thomas Daniel richtet seine Pistole auf Isabel Strumberg (40) alias Kellnerin Gabriela. Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

WAZ. Die Kneipe Zum Alten Fritz stand kurz vor dem Aus. Das Krimi-Dinner des „Theater Intern“ sollte neues Leben und Gäste in das Lokal bringen.

Immer mehr Geheimnisse kommen beim Essen im Kerzenschein ans Licht. „Er hat Dreck am Stecken”, beschuldigt die von Erfolg besessene Jutta einen ihrer Schauspiel-Kollegen. Denn sie weiß: Thomas hat früher Drogen geschmuggelt. Der weist die Anschuldigung von sich.

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24.06.2019: Tau legt Ruhrtal-Fähre in Witten lahm

Feuerwehrtaucher Thomas Müller (vorne) mit dem abgeschnittenen Tau. Foto: Feuerwehr Witten
Feuerwehrtaucher Thomas Müller (vorne) mit dem abgeschnittenen Tau. Foto: Feuerwehr Witten

WAZ. Weil sich ein Seil in der Schiffsschraube verfangen hatte, ist die Ruhrtalfähre bei Witten am Samstag kurzzeitig lahmgelegt gewesen. Taucher der Berufsfeuerwehr mussten ausrücken, um das Befestigungstau mit einem Messer zu kappen.

Für die Feuerwehr Witten war es ein „ungewöhnlicher Einsatz“, denn „meist haben die Retter es eher mit verunfallten Ruderern oder Schwimmern zu tun“. Die Feuerwehr rückte mit vier Einsatztauchern an. Letztlich reichte einer, der die Schiffsschraube befreite.

„Die Arbeit war nach 20 Minuten erledigt“, berichtete die Feuerwehr. Die fand ideale Einsatzbedingungen vor: Die Schraube habe nur etwa einen Meter unter der Wasseroberfläche gelegen und sei gut zu erreichen gewesen, zumal auch die Sicht unter Wasser gut gewesen sei, teilte die Feuerwehr mit. Anschließend ging der Fährbetrieb weiter. Verletzt wurde niemand.

Die Fähre transportiert rund 50 Personen oder etwa 35 Radfahrer pro Fahrt über die Ruhr und ist für Ausflügler eine wichtige Verbindung zwischen der Burgruine Hardenstein und der Schleuse Herbede.

WAZ-Bericht

03.06.2019: Benefiz-Radeln mit dem Rotary-Club

Mitglieder des Rotary-Clubs Witten-Ruhr rufen zum Benefiz-Radeln auf. Foto: Walter Demtröder
Mitglieder des Rotary-Clubs Witten-Ruhr rufen zum Benefiz-Radeln auf. Foto: Walter Demtröder

Lokalkompass. Radeln gegen Kinderlähmung – mit einer Benefiz-Fahrradtour möchte der Rotary-Club Witten-Ruhr das weltgrößte Impfprogramm von Rotary International zur endgültigen Beseitigung der Krankheit unterstützen.

Seit 1985 konnten die Rotarier mit dem Programm „End Polio now“ fast alle Länder der Erde von Polio befreien. Bis 2020 soll dieses Ziel auch in den letzten drei Ländern erreicht werden. Durch die Startgebühr von 15 Euro eines Erwachsenen können 50 Kinder geimpft und wirkungsvoll vor Polio geschützt werden. Die Teilnahme für Kinder kostet 5 Euro, Familien sind mit 25 Euro dabei.

Die Tour findet am Sonntag, 16. Juni, statt und führt vom Schleusenwärterhäuschen, Insel 1, über 30 Kilometer um den Kemnader See über den Ruhrtal-Radweg bis nach Hattingen und zurück. Alternativ kann auch eine 10-Kilometer-Runde gedreht werden, die vom Schleusenwärterhäuschen um den Kemnader See und zurück führt. Gestartet werden kann alleine oder in der Gruppe ab 10 Uhr bis zirka 12 Uhr.

Auf der Strecke gibt es Streckenposten und zwei Verpflegungsstände mit Wasser, Bananen und Energieriegeln sowie einen Pannen-Service, der kleine Defekte am Rad beheben kann. Jeder Teilnehmer erhält eine Teilnahmeurkunde und eine Medaille.

„Wir hoffen auf 300 Teilnehmer“, sagt Dr. med. Stephan Langer, Pressesprecher des Rotary-Clubs Witten-Ruhr. Im Vorfeld wurden Schulen, Sportvereine und viele Einrichtungen über die Benefiz-Tour informiert, damit dieses Ziel erreicht werden kann.

Geparkt werden kann auf dem Parkplatz der Friedr. Lohmann GmbH, Ruhrtal 2. Anmeldungen sind online unter www.witten.rotary.de möglich. Wer spontan oder nach Wetterlage entscheiden möchte, kann sich auch am Veranstaltungstag anmelden.

Quelle: Lokalkompass Witten

28.05.2019: Klaus Lohmann pflanzt Kirschbaum auf dem Kahlen Plack

  (v.l.): Gärtner Marcel Hedtmann, Klaus Lohmann, Thomas Strauch von der Wabe und Irena Cichy von der Wabe freuen sich über den neu gepflanzten Kirschbaum auf dem öffentlichen Grillplatz Auf dem Kahlen Plack in Witten. Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services
(v.l.): Gärtner Marcel Hedtmann, Klaus Lohmann, Thomas Strauch von der Wabe und Irena Cichy von der Wabe freuen sich über den neu gepflanzten Kirschbaum auf dem öffentlichen Grillplatz Auf dem Kahlen Plack in Witten. Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

WAZ. Alt-Bürgermeister Klaus Lohmann ließ es sich nicht nehmen, selbst beim Pflanzen eines Kirschbaums für den Kahlen Plack Hand anzulegen. Die 1996 ins Leben gerufene Wabe hatte den Baum ihrem Mitbegründer zu seinem 83. Geburtstag geschenkt.

Auf dem Kahlen Plack hat die SPD unzählige Sommerfeste gefeiert. Im letzten Jahr musste es wegen der anhaltenden Hitze und Brandgefahr ausfallen.

Mit dem Baum will Lohmann daran erinnern, dass der Kahle Plack der letzte verbliebene öffentliche Grillplatz ist.

„Da passt natürlich auch ein Kirschbaum zu“, sagt Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch. „Wir hoffen, dass es dann mal Kirschen zum Nachtisch gibt.“ Die Wabe betreut den Platz seit dieser Saison. Bei ihr kann man die Anlage mieten.

WAZ-Bericht

19.05.2019: Gute Stimmung, kleine Leckereien und entspanntes Ambiente

16.05.2019: Kommentar - Der „Alte Fritz“ kann eine Belebung fürs Augustaviertel sein

Susanne Schild kommentiert. Foto: Nitsche
Susanne Schild kommentiert. Foto: Nitsche

WAZ. Das Knut’s war der Impulsgeber fürs Wittener Wiesenviertel. Auch das Gründerzeitquartier rund um die Augustastraße hätte ein Aufblühen verdient.

Die Kneipe „Zum Alten Fritz“ gibt nicht nur Geflüchteten oder Gescheiterten Chancen, wieder im Arbeitsmarkt und im Leben Fuß zu fassen. Es ist auch eine Chance für das Quartier zwischen Breite Straße und Hauptstraße. Man wundert sich, dass sich dieses schöne Wohngebiet nicht längst zum kleinen Kreuzviertel (Dortmund) gemausert hat.

Man schaue auf die Gründerzeitfassaden, die angenehmen Straßenbreiten, die vielen Pflanzeninseln, die tollen Hinterhöfe. Vielleicht könnte der Kampf um den Fritz auch dieses Viertel beleben. Hat denn nicht zuletzt auch das Kulturcafé Knut’s vor gerade einmal sieben Jahren das Wiesenviertel wachgeküsst? Auch ohne rührige Studenten könnte es gelingen.

Kommentar von Susanne Schild

 

16.05.2019: Wittener Kneipe „Zum Alten Fritz“ darf weitermachen

Servieren syrisches Essen in urdeutschem Ambiente: (v.l.) Simone Germer, Susanne Fuchs, Ali Deghan und Saad Doraji von der Wittener Gaststätte „Zum Alten Fritz“. Die Wabe qualifiziert dort Arbeitslose und Flüchtlinge. Foto: Jürgen Theobald
Servieren syrisches Essen in urdeutschem Ambiente: (v.l.) Simone Germer, Susanne Fuchs, Ali Deghan und Saad Doraji von der Wittener Gaststätte „Zum Alten Fritz“. Die Wabe qualifiziert dort Arbeitslose und Flüchtlinge. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Die Kneipe „Alter Fritz“ darf weitermachen. Die Beschäftigungsgesellschaft Wabe betreibt das urdeutsch wirkende Ecklokal an der Augustastraße 26, um Flüchtlingen und Langzeitarbeitslosen eine Perspektive zu bieten. Das Projekt rechnet sich zwar nicht. Doch weil der Fritz in letzter Zeit immer mehr Fans gefunden hat, muss er nun doch noch nicht abdanken.

Die Wabe hatte im Februar erklärt, dass das Beschäftigungsprojekt finanziell nicht tragfähig sei. Öffentliche Gelder liefen aus, die Kneipe erwirtschafte zu wenig Erlös, die Räume müssten renoviert werden. 40.000 Euro, hat Wabe-Chef Thomas Strauch ausgerechnet, würde allein die Modernisierung der Küchentechnik kosten.

Ein Beispiel: „Der Kühlraum für gezapftes Bier befindet sich im Keller und wird 24 Stunden täglich mit einer Technik aus dem letzten Jahrhundert betrieben. Sie glauben nicht, wie hoch unsere Energiekosten sind.“ Im März und April hatte es eine Analyse der Fixkosten gegeben – und nach Bekanntwerden der Schließungspläne in unserer Zeitung etliche Hilfsangebote. Der Tenor: Fritz soll bleiben!

„Diese Hilfe wollen wir gerne annehmen“, sagt Strauch. Der Vermieter hat erneut die Miete reduziert. Im Gegenzug will die Wabe mit verschiedenen Maßnahmen Kosten senken – etwa indem man den Kühlraum abschaltet und nur auf Fasskühlung unter der Theke setzt. Auch die Portionen werden künftig etwas kleiner ausfallen. „Unsere syrischen Köche sind zu gastfreundlich. Die Gäste schaffen ihr Essen sowieso nie“, sagt Susanne Fuchs von der Wabe.

Zudem wurden Gutscheine namens „Perspektive schenken“ gedruckt, die man an der Theke kaufen kann. „Wir glauben, dass sich so der Bekanntheitsgrad des Fritz erhöhen wird“, sagt Fuchs. Denn trotz aller Sparmaßnahmen ist klar: Es müssen mehr Kunden kommen, die mehr zahlen. Der Saal wird zwar von Vereinen, Gruppen und Studenten gebucht – aber am Ende des Abends werden nur einige Getränke abgerechnet.

WAZ-Bericht von Susanne Schild

 

12.05.2019: Gespendete Fahrräder machen Wittener Kinder mobil

  Liebe auf den ersten Blick: Die achtjährige Leonie hat ihr Lieblingsfahrrad offenbar gefunden. Bei den 50 bunten Rädern der Spendenaktion der Wittener Fahrradbotschaft und des Help-Kiosks fiel die Auswahl gar nicht so leicht. Foto: Jürgen Theobald
Liebe auf den ersten Blick: Die achtjährige Leonie hat ihr Lieblingsfahrrad offenbar gefunden. Bei den 50 bunten Rädern der Spendenaktion der Wittener Fahrradbotschaft und des Help-Kiosks fiel die Auswahl gar nicht so leicht. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Wittener Help-Kiosk und Fahrradbotschafter verschenken 30 Räder an bedürftige und geflüchtete Kinder. Die werden dadurch selbstständiger.

Für einen kurzen Moment liegt Ärger in der Luft. Rezan und Abdul haben beide dasselbe silber-orange Mountainbike im Blick. Doch nach kurzer Diskussion einigen sich die Schulfreunde friedlich. Sie wollen nicht streiten. Schließlich ist das Rad ein Geschenk des Help-Kiosks und der Wittener Fahrradbotschaft.

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05.05.2019: Radstation der Wabe eröffnet Wittens erstes Fahrrad-Café

Wabe-Chef Thomas Strauch (Mi.) begrüßt die ersten Radcafé-Gäste, Peter Apel und Simone Schmidt-Apel. Foto: Bastian Haumann
Wabe-Chef Thomas Strauch (Mi.) begrüßt die ersten Radcafé-Gäste, Peter Apel und Simone Schmidt-Apel. Foto: Bastian Haumann

WAZ. Nach dem schlechten Abschneiden Wittens beim jüngsten Fahrradklimatest (Note: 4,4) gibt’s nun wieder Erfreuliches für die Fahrradfahrer in der Ruhrstadt. Die Beschäftigungsinitiative Wabe hat am Freitag Wittens erstes Radcafé eröffnet.

Der Kuchen fehlt zwar, dafür gibt’s Würstchen und ein syrisches Büfett, als Leiter Frank Lodja den nach dem Wittener Hauptbahnhof und Zweibrücker Hof in Herdecke nunmehr dritten Standort der Radstation für eröffnet erklärt. „Das ist zwar kein Café im klassischen Sinne. Aber Radfahrer können gerne auf einen Kaffee vorbeikommen, um sich auszutauschen“, sagt er.

Lodja (53) ist der einzige Festangestellte der Radstation, die neun Langzeitarbeitslosen für fünf Jahre mit der Option auf zwei weitere Jahre Arbeit gibt – etwa Frank Lehnert, der gerade am Grill steht. „Super“ findet er die Filiale in der Augustastraße 36. „Die Raumaufteilung, es ist heller, alles optimal“, sagt der 57-jährige, der seit fünf Jahren bei der Radstation schraubt. Sie platzt seit ihrem Umzug aus der Bahnhofshalle in den Keller aus allen Nähten.

Nun, in den 200 m² großen Räumen eines früheren Elektrogeschäfts in der oberen Innenstadt, kann man nun vor allem die Verkaufsräder präsentieren. Alte werden instandgesetzt und zum Kauf angeboten, neben erstmals auch neuen Fahrrädern. „Ich finde das prima hier, weil die Kinder Räder brauchen. Sie wurden ihnen aus der offenen Garage geklaut“, sagt Ute Brüne-Cohrs (51), eine der ersten Besucherinnen an diesem Nachmittag.

Wabe-Chef Thomas Strauch (64) befürchtet nicht, dem kommerziellen Handel mit der durch öffentliche Mittel geförderten Radstation und ihrem jüngsten Ableger in die Quere zu kommen. Der Handel, der dank E-Bikes einen Boom erlebt, sei sogar froh, wenn sich die Wabe noch um andere Dinge kümmere, sagt Strauch. In der Radstation am Bahnhof kann man sich zum Beispiel Räder leihen. Die Waschanlage ist zum Radcafé gezogen, weil sie nun draußen stehen bleiben kann. Die neue Filiale hat auch eine größere, hellere Werkstatt – zusätzlich zum Reparaturbetrieb am Bahnhof.

„Witten wird immer mehr Fahrradstadt“, freut sich Fahrradbotschafter Andreas Müller (66) zur Eröffnung. Am 23. Mai wird dem Verkehrsausschuss das neue städtische Radkonzept vorgestellt. Es dürfte neben sicheren Radstreifen und Wegen mehr Abstellplätze vorsehen. Dann, sagt Müller, würden sicherlich mehr Leute ihren Drahtesel am Bahnhof parken, „wodurch längere Autofahrten vermieden werden“. Die Radstation, die in diesem Jahr 20 Jahre alt wird, vermietet ebenfalls Stellplätze. Doch es fehlen, so Müller, „mindestens 100“.

Noch wurden keine Einzelheiten des von zwei Planungsbüros erarbeiteten Radverkehrskonzepts bekannt. Es dürften aber Vorschläge der Bürger aufgenommen worden sein. Zu den bekannten Schwachpunkten zählen etwa der marode Fahrradweg entlang der Ruhr an der Herbeder Straße und deren letztes Stück Kopfsteinpflaster in Richtung City, der fehlende Radstreifen an der Ruhrstraße zwischen Gasstraße und Ruhrdeich-Kreuzung oder die Husemannstraße, wo der Radweg bergauf über den Bürgersteig führt. Dort könnte als erster Schritt ein Piktogramm auf der Straße Autofahrern zeigen: „Hier dürfen Radfahrer fahren.“ Es gibt noch viel zu besprechen im neuen Radcafé.

WAZ-Bericht von Jürgen Augstein-Peschel

 

29.04.2019: Die Sonne lacht beim Wittener Folk am Fluss

Die Gruppe Lost Drill eröffnete den Folk-am-Fluss-Abend in Witten mit irischen Songs.Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services
Die Gruppe Lost Drill eröffnete den Folk-am-Fluss-Abend in Witten mit irischen Songs.Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

WAZ. Beste Konzert-Stimmung an der Ruhr: Die Gruppen Lost Drill und Waveland Gang forderten am Königlichen Schleußenwärterhaus zum Tanzen auf.

Grün müssen die Krawatten sein. Wie die Schlipse der fünf Bandmitglieder von Lost Drill. Grün wie die Hügel in Irland oder die Kostümierung am St. Patrick’s Day. Nach Irland möchte die Moerser Band bei Folk am Fluss entführen. Mit Irish Folk, mit Hymnen über die Liebe oder das Nachtleben in den Pubs. Die Zuhörer am Königlichen Schleusenwärterhaus sind begeistert.

„Let’s raise the glass“ oder ganz einfach „Drink“ lauten die Titel der Band. Und so lautet auch ihre Frage ans Publikum: „Habt Ihr schon getrunken?“ Natürlich haben sich die vielen Besucher am Schleusenwärterhaus schon ein erstes, frisch gezapftes Guinness genehmigt. Die Festivalsaison in Witten ist eröffnet. Folk am Fluss präsentiert gleich zwei Bands: Neben Lost Drill spielt die Waveland Gang aus Witten. Zum Glück spielt auch das Wetter mit, freut sich Lilo Dannert, Vereinsvorsitzende von Wittenfolk: „Anfang der Woche dachten wir noch, dass wir im Regen untergehen.“

Am frühen Freitagabend kommt aber die Sonne raus. Auch Knut und seine Freunde sind unter den zahlreichen Gästen. Knut findet, man müsse gar nicht eine Vorliebe für Folk haben, um diesen Abend zu genießen. „Mir gefällt einfach dieser Ort. Das ist idyllisch hier. Und wenn dann noch Veranstaltungen stattfinden, ist das ein Gewinn für Witten.“ Auch Nawras und Moa freuen sich über die gute Stimmung bei Folk am Fluss, sagen die beiden Syrer. „Hier ist alles freundlich“, meint Nawras.

Eine echte Folk-Liebhaberin ist Natalie. „Ich höre diese Musik schon, seit ich 16 Jahre bin“, erzählt sie. Wie sie die Bands an diesem Abend findet? Dazu möchte sich Natalie, regelmäßige Konzertbesucherin, nach den ersten Songs noch nicht äußern. „Wahrscheinlich bin ich da ein bisschen verwöhnt.“

Lost Drill und die Waveland Gang spielen an diesem Abend keinen klassischen Folk. Ihre Musik ist ein bisschen schneller, eine Aufforderung zum Tanzen. In den Songs der Waveland Gang spielen Punk und Ska eine große Rolle. Mit diesem Musikmix haben die Wittener bereits viele Auftritte in ihrer Heimatstadt bestritten: bei „Witten ist bunt“, im Roxi im Wiesenviertel und im Kulturbistro Curly Cow an der Hauptstraße.

Am Schleusenwärterhaus lauschen Jung und Alt den Waveland- Gang-Liedern. Ihre schnelle Musik sei – unabhängig vom Alter der Zuhörer – immer gut angekommen, so Schlagzeuger Moritz Bleif. Er fügt hinzu: „Wir haben auch schon oft auf Geburtstagen gespielt, vor allem bei runden – wie 50. oder 60. Geburtstagen. Da wurde am besten getanzt.“ Auch am Freitagabend wurde zur Live-Musik geschwoft.

Die kostenlose Konzert-Reihe „Folk am Fluss“ veranstaltet der Verein Wittenfolk in Kooperation mit der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe).

WAZ-Bericht von Benjamin Trilling

 

24.04.2019: Radcafé wird neuer Treffpunkt für Fahrradfreunde in Witten

Frank Lojda, Leiter der Wittener Radstation, freut sich auf die Eröffnung eines zweiten Standorts in der Augustastraße. Foto: Thomas Nitsche, Archiv
Frank Lojda, Leiter der Wittener Radstation, freut sich auf die Eröffnung eines zweiten Standorts in der Augustastraße. Foto: Thomas Nitsche, Archiv

WAZ. Die Radstation Witten eröffnet eine „Filiale“ in der oberen City – mit Verkauf, Werkstatt und Café. Ohne Kuchen, aber einen Kaffee gibt’s immer.

„Treff für Radfreunde“ nennt sich das neue Radcafé, das nächste Woche als zweiter Standort der Radstation eröffnet wird – im ehemaligen Ladenlokal von Elektro Vaupel in der Augustastraße.

Gebrauchte sowie neue Fahrräder werden zum Verkauf stehen. Außerdem wird das Angebot um weiteres Zubehör wie Helme und Schlösser ergänzt. Neben dem Laden gebe es eine Servicewerkstatt, sagt der Leiter der Radstation, Frank Lojda. Am Wichtigsten sei jedoch, dass das Radcafé auch als Treffpunkt genutzt werden könne. „Jeder Radinteressierte kann hierher kommen, einen Kaffee trinken und sich dabei mit Gleichgesinnten austauschen“, erklärt der 53-jährige.

Täglich frischen Kuchen, wie in einem richtigen Café, werde es aber nicht geben. Dafür sollen gelegentlich Informationsveranstaltungen und Workshops stattfinden – zum Beispiel zu den Themen „Wie stelle ich meine Kettenschaltung richtig ein?“ oder „Wie mache ich mein E-Bike fit für den Winter?“.

Und welche Auswirkungen hat die Eröffnung des Radcafés auf die Radstation im Hauptbahnhof? Nach Angaben von Frank Lojda bleibt dort fast alles so, wie es ist, „außer dass man dort dann keine gebrauchten Fahrräder mehr kaufen kann“. Die stehen schließlich demnächst alle im neuen Laden. Lojda: „Das Radcafé soll nur als zweiter Standort dienen. Seitdem wir in den Keller am Hauptbahnhof gezogen sind, haben wir einfach zu wenig Platz.“ In der neuen Filiale stehen 150 Quadratmeter zur Verfügung.

Wer neugierig geworden ist, kann am Freitag, 3.Mai, zwischen 15 und 17.30 Uhr in der Augustastraße 36 vorbeischauen. Dann wird das Radcafé bei Grillwürstchen und Fingerfood mit einer kleinen Feier eröffnet.

WAZ-Bericht von Lea Liebscher

20.04.2019: Traumwetter lockt Wittener am Osterwochenende ins Freie

Zahlreiche Menschen nutzen das herrliche Wetter für einen Ausflug zum Schleusenwärterhäuschen. Foto: Jürgen Theobald
Zahlreiche Menschen nutzen das herrliche Wetter für einen Ausflug zum Schleusenwärterhäuschen. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Die Sonne lacht, T-Shirt-Wetter! Die Wittener, die nicht an der Nordsee in Holland schmoren, genießen die Traumtemperaturen vor der Haustür.

Nach dem schönen Karfreitagswetter bleiben der Karsamstag (20.4.) und aller Voraussicht nach auch das Oster-Wochenende sonnig. Die Temperaturen klettern mühelos auf deutlich über 20 Grad. Wer nicht weggefahren ist, genießt das Traum-Wetter eben in Witten – sei es im Café in der Innenstadt, bei einer Radtour an der Ruhr mit einem gemütlichen Zwischenstopp im Schleusenwärterhaus oder auf dem Hohenstein. Überall sind die Menschen unterwegs. Am Samstagabend lodern dann einige Osterfeuer im Stadtgebiet – genau der richtige Abschluss eines tollen Tages.

WAZ-Bericht

30.03.2019: Saisonstart bei Bilderbuchwetter auf der Ruhr in Witten

Sie steuern die MS Schwalbe II durch die Saison: Die Schiffsführer Stefan Finkensiep (von links), Helge Spartz und Jens Plöger begrüßen am Samstag (30.3.) die ersten Gäste an Bord. Foto: Fischer
Sie steuern die MS Schwalbe II durch die Saison: Die Schiffsführer Stefan Finkensiep (von links), Helge Spartz und Jens Plöger begrüßen am Samstag (30.3.) die ersten Gäste an Bord. Foto: Fischer

WAZ. Petrus hat es am Freitag (29.3.) wirklich gut gemeint. Nach verregneten Saisonstarts mit beißender Winterkälte strahlte nun die Sonne vom blauen Himmel über der Ruhr in Witten. Die Hardenstein-Fähre machte den Anfang, die „Schwalbe“ startet am Samstag (30.3.) in die neue Saison, die Gastronomie am Schleusenwärterhaus ist eröffnet.

Das sind Termine, für die man gern Journalist geworden ist. Die Reporter gehen an Bord der Schwalbe, diesem schönen weißen Ausflugsdampfer, drehen eine Runde ohne Publikum über die Ruhr und den Kemnader See, futtern Schinkenbrötchen, schlürfen Kaffee und machen sich pflichthalber ein paar Notizen zur neuen Saison. Aber Spaß beiseite. Die Ruhr ist gerade vom Schiff aus ein Erlebnis., so wie sie sich an diesem Morgen nach Hochwasser, Dauerregen und Winterkälte im gleißenden Licht der noch jungen Frühlingssonne zeigt.

Wir stehen in warmen Mänteln an Deck, denn die Luft ist immer noch frisch, und sehen den Fischreihern beim Sonnenbaden zu. Hier und da kündet noch Treibgut, gerade im Stausee, von den wilden Fluten der vergangenen Wochen. Da riss die Strömung ganze Bäume mit. „Jetzt fließen noch 60 Kubikmeter pro Sekunde durch das Flussbett, normal sind 40, fahren dürfen wir bis 100 die Ruhr runter“, sagt Käpt’n Jens Plöger (40), ein gelernter Gas- und Wasserinstallateur, der seine zehnte Saison absolviert, zusammen mit den drei weiteren Schiffsführern Helge Spartz (48), Stefan Finkensiep (26) und Michael Freudenreich (57).

Natürlich ist das hier nicht die Nordsee, wo Bilder eines schwankenden Kreuzfahrtriesen vor Norwegen selbst gestandene Männer wie Plöger beeindruckt haben. „Da haben wir es gut dagegen“, sagt der Stadtwerke-Mitarbeiter. Aber sogar auf der Ruhr mit ihren nicht ungefährlichen Strömungen kann ein Schiff wie die Schwalbe schwerer manövrierbar sein, wenn plötzlich der Motor schlapp macht. Diese Erfahrung machte die Crew am Ende der letzten Saison, als der Antrieb ausfiel – ausgerechnet an einem Sonntag, als das Schiff „rappelvoll“ war. Zum Glück hatte man den Hafen Heveney schon erreicht.

Nun denn, für diese Saison ist der Dampfer startklar. Alles glänzt, alles ist repariert, der Antrieb nagelneu. 35.000 Fahrgäste haben zuletzt für ein Rekordjahr gesorgt. 10.350 Menschen kamen allein über die Ruhr-Topcard. Dass sich Witten ein Ausflugsschiff leistet, ist ein Luxus, den sich die Stadtwerke zusammen mit den drei Bädern 2,8 Millionen Euro im Jahr kosten lassen. Für 2,5 Millionen Euro Miese sorgen allein das Freibad und die Hallenbäder Vormholz und Annen. Wollte man schwarze Zahlen schreiben, „würde der Eintritt in die Bäder das Zehnfache kosten, also 30 Euro“, sagt Vertriebschef Markus Borgiel. Er gibt an Bord noch eine Personalie bekannt.

Der bisherige Bäderchef Dennis Hippert ist nach vier Jahren in die technische Abteilung zurückkehrt. Seine Stelle war extern ausgeschrieben worden. Michael Blumberg aus Ibbenbüren machte unter 20 Bewerbern das Rennen. Er kennt die Branche seit den Achtzigern. Jetzt bekommt er erstmals ein Schiff dazu. „Das ist komplett neu für mich und hat seinen Reiz gehabt“, sagt der 57-Jährige.

Rumms! Die Schwalbe passiert die Schleuse und hat eine Wand geküsst. Alles halb so wild. Die Journalisten gehen von Bord, der Käpt’n und seine Mannschaft bleiben an Deck. Auf sie warten in den kommenden Monaten noch viele Fahrten auf der Ruhr – bis Ende Oktober, wenn der Zeiger der Uhr wieder zurückgedreht wird.

WAZ-Bericht von Jürgen Augstein-Peschel

15.03.2019: Wittenerin Autorin schreibt Gedicht über ihre Heimat

Einen anderen Blick auf die Heimat zeigt Sigrid Drübbisch ab 14. April im Zollhaus auch mit ihren Metallbildern von der Industriekultur an der Ruhr. Foto:Zabka
Einen anderen Blick auf die Heimat zeigt Sigrid Drübbisch ab 14. April im Zollhaus auch mit ihren Metallbildern von der Industriekultur an der Ruhr. Foto: Zabka

WAZ. Heimat – was ist das eigentlich? Ein Land? Eine Sprache? Oder nur ein Gefühl? Drei Autoren vom Literatur-Raum Dortmund-Ruhr wollten es genauer wissen und starteten ein weltweit einmaliges Projekt. Sie baten Schriftsteller aller Länder um ihre Beiträge zum Thema. Herausgekommen ist ein Buch mit 150 Texten aus aller Welt – darunter einer aus Witten.

Sigrid Drübbisch hat es mit ihrem Gedicht „Wortfetzen“ in den Sammelband geschafft. „Als ich von der Ausschreibung hörte, habe ich mich gleich angesprochen gefühlt“, sagt die 64-Jährige Wittenerin, die Mitglied im Dortmunder Autorenstammtisch ist.

Eine neue, eine weitere Definition von Heimat wollte Mit-Initiator Thorsten Trelenberg von den Autoren bekommen. Die Resonanz auf die Ausschreibung im Netz war riesig, nicht nur aus Deutschland. Aus Tunesien kamen Texte, aus Bulgarien, aus den USA. Von Menschen, die noch nie etwas veröffentlicht haben ebenso wie von namhaften und preisgekrönten Lyrikern wie SAID, Safiye Can oder Volker W. Degener. „Nach 500 Zuschriften haben wir den Aufruf gestoppt“, so Trelenberg. „Mit dem Material hätten wir noch einen zweiten Band füllen können.“

So aber blieb ihm und seinen Herausgeber-Kollegen Matthias Engels und Thomas Kade nur die Qual der Wahl. „Entscheidend für die Aufnahme ins Buch war einzig und allein die Qualität der Texte“, versichert Trelenberg. Einen Bonus für Mitglieder der Dortmunder Gruppe habe es nicht gegeben. „Das sieht man auch daran, dass bei weitem nicht alle ihre Texte berücksichtigt worden sind.“

Entsprechend stolz ist Sigrid Drübbisch, dass ihr Gedicht, das sie extra für den Sammelband verfasst hatte, ausgewählt worden ist. Der Begriff Heimat sei ja sehr belastet. „Da finde ich es besonders faszinierend, einmal neu drauf zu schauen, sich neu mit dem Wort auseinanderzusetzen“, sagt die Künstlerin, die sich in Witten nicht nur als Lyrikerin, sondern auch als Malerin und Krimi-Autorin einen Namen gemacht hat.

Nicht nur als Lyrikerin, auch als Malerin hat sich Sigrid Drübbisch mit der Heimat auseinander gesetzt. Einige ihrer Arbeiten unter dem Titel Ruhr(er)leben zeigt sie im Frühling im Zollhaus Herbede, Ruhrtal 1.

Die Vernissage dazu findet am 14. April um 15 Uhr statt. Zu sehen sein werden etwa zehn Industriekultur-Bilder in Mischtechnik auf Metall. Die Ausstellung zum 65. Geburtstag der Künstlerin läuft bis zum 7. Juli.

Und wo oder was ist Heimat nun für sie? „Heimat ist ein Ort, an dem ich mich gut fühle, an dem es nichts Negatives gibt. Das ist die Heimat in mir selbst“, sagt Drübbisch. In der 450 Seiten starken Anthologie mit 150 Beiträgen in 20 Sprachen – alle im Original und übersetzt – fühle sie sich mit dieser Sicht und ihrem Text gut aufgehoben. „Es ist ein sehr sensibles, vielfältiges Buch geworden.“

Und eines, das offenbar gut ankommt: Die erste Auflage ist bereits verkauft, die zweite wird gerade gedruckt.

WAZ-Bericht von Britta Bingmann

28.02.2019: Das ist in den Osterferien in Witten los

Regelmäßig bekommt das Muttentalfest Besuch vom Osterhasen. Auch diesmal sollen bunte Eier verteilt werden – hier ein Foto vom letzten Jahr. Foto: Zabka
Regelmäßig bekommt das Muttentalfest Besuch vom Osterhasen. Auch diesmal sollen bunte Eier verteilt werden – hier ein Foto vom letzten Jahr. Foto: Zabka

WAZ. Von Eiertanz bis Tummelmarkt – in den Osterferien (13. bis 28. April) ist in diesem Jahr auch in Witten wieder einiges los. Familien können sich ebenso über Veranstaltungen freuen wie Feierlustige. Viele Open-Air Events locken an die frische Luft – und das dank des in diesem Jahr späten Osterfestes hoffentlich bei strahlendem Sonnenschein.

Pünktlich zum Beginn der Ferien findet am 14.4. das alljährliche Muttentalfest statt. In diesem Jahr dreht sich alles um Ostern, da darf natürlich auch der Besuch des Osterhasen nicht fehlen. Bunte Programmpunkte sorgen neben der Kinderrallye mit Spiel- und Bastelaktionen und der beliebten Bimmelbahnfahrt von 11 bis 17 Uhr für gute Laune bei Groß und Klein.

Zum Ende der Ferien bietet sich eine Schnäppchenjagd an: Am 28.4. lädt die Werkstadt zum Familientrödelmarkt ein. Von 11 bis 15 Uhr werden an mehr als 50 Ständen Kinderspielzeug und Antiquitäten verkauft.

Saisoneröffnung am Kemnader Stausee ist am 25. März. Die Verleihe sowie die Minigolfanlage sind wieder geöffnet. Die MS Kemnade dreht wieder ihre Runden, es kann wieder gesegelt, gesurft und gepaddelt werden. Ab 11 Uhr tritt im Hafen Heveney der Shanty-Chor auf.

Am Karsamstag (20.4.) wird beim Eiertanz in der Werkstadt auf zwei Tanzflächen der Frühling begrüßt: Partyhasen können ab 22 Uhr tanzen und sich von einigen Oster-Specials überraschen lassen. Der Eintritt kostet 6 Euro an der Abendkasse. Auch am letzten Ferienwochenende wird in der Werkstadt gefeiert. Am 27.4. lockt die 80er-Party mit Kult-Hits.

Ein traditionelles Fisch-Essen findet am Karfreitag (19.4.) im Haus Kemnade statt. Das angebotene Vier-Gänge-Menü verspricht für 49 Euro pro Person „das Beste aus dem Meer“. Brunchen kann man in Sebo’s Café am Osterwochenende: Am 21. und 22.4. gibt es von 10 bis 15 Uhr für 20 Euro ein reichhaltiges Buffet. Am Ostersonntag (22.4.) stellt das Restaurant auf Schloss Steinhausen aus seinem Angebot ein buntes Buffet zusammen. Für 27 Euro lässt sich dort mit Reservierung mittags speisen.

Auf eine musikalische Zeitreise kann man sich am 14.4. im Saalbau vom Ensemble des Westfälischen Landestheaters mitnehmen lassen: „Mixtape – ein musikalischer Liebesbrief an die 80er“ präsentiert ab 19.30 Uhr eine bunte Mischung aus Kult-Hits der 80er Jahre. Die Tickets bekommt man ab 25 Euro.

Orgelmusik gibt es am Ostersonntag in der katholischen St. Marienkirche in der Innenstadt. Christian Vorbeck spielt um 16 Uhr Highlights aus der Klassik auf der Orgel, der Eintritt ist kostenfrei.

Folk-Fans sind am 26.4. zu „Folk am Fluss“ am Schleusenwärterhaus eingeladen. Ab 18.30 Uhr veranstalten der Wittener Folk-Club und die Wabe kostenlos und draußen eine Folknacht, bei der natürlich original irische Speisen und Getränke nicht fehlen dürfen.

Auch sonst wird das Schleusenwärterhaus bei schönem Wetter besonders mit dem Rad gern angesteuert. Die Saisoneröffnung findet an der Ruhr schon vor den Ferien statt: Das Schleusenwärterhaus nimmt seinen Betrieb am 29.3. auf, genau wie die Ruhrtalfähre.

Am Samstag, 13. April, wird der Humboldtplatz im Wiesenviertel von 12 bis 20 Uhr zum bunten Marktplatz. Bei Streetfood und Straßenmusik bieten regionale Aussteller ihre handgemachten Schätze an.

In gemütlicher Atmosphäre kann man unter freiem Himmel in den Handarbeiten stöbern.

Bereits im fünften Jahr findet der Tummelmarkt vom Verein Stellwerk in diesem Jahr statt.

WAZ-Bericht von Paula Hammerschmidt

20.02.2019: Wittener Fähre lichtet erst Ende März den Anker

  Die Fähre Hardenstein ist sehr beliebt. Rund 150.000 Gäste setzen pro Saison mit ihr über die Ruhr. Foto: Jürgen Theobald
Die Fähre Hardenstein ist sehr beliebt. Rund 150.000 Gäste setzen pro Saison mit ihr über die Ruhr. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Das letzte Traumwochenende mit Sonne ohne Ende hat auch zum ersten Ansturm aufs Ruhrtal geführt. Da sah man schon die ersten Fahrradfahrer, die am Schleusenwärterhäuschen mit der Fähre übersetzen wollten. Doch Pustekuchen. Traumwetter hin, Traumwetter her. Die „Hardenstein“ lichtet erst Ende März den Anker.

Auch das Schleusenwärterhaus ist noch geschlossen. „Wir eröffnen erst, wenn die Fähre wieder fährt. Und das ist am 22. oder 29. März. Denn ohne Fähre funktioniert das Schleusenwärterhaus nicht“, sagt Thomas Strauch von der Wabe, die es betreibt.

Wenn die Fähre in Betrieb ist, kommen die Leute mit ihren Fahrrädern zum Schleusenwärterhaus. Wenn nicht, würden sie per Auto anreisen. „Und da fehlen uns einfach die Parkplätze“, sagt der Wabe-Chef. Anders verhält es sich am Zollhaus, das nicht weit entfernt liegt. Das hat das ganze Jahr über geöffnet, weil man auch drinnen sitzen kann. „Und die Parkplätze liegen gleich vor der Tür“, so Strauch.

Aber warum lässt sich der Start der Fähre Hardenstein nicht auf die gegenwärtig schönen Tage vorziehen, in denen bereits viele Leute mit den Fahrrädern unterwegs sind? „Das hat mehrere Gründe“, sagt Fähre-Kapitän Christoph Heemann. „Wir haben noch keine Betriebserlaubnis. Vor jedem Saisonstart erfolgt eine Überprüfung der Fähre durch den EN-Kreis. Und die findet immer ungefähr eine Woche vor Saisonstart statt.“

Aber der Start erst Ende März habe auch organisatorische Gründe. Heemann: „Unsere Mitarbeiter sind in der Saison sieben Tage die Woche im Einsatz. Deshalb nehmen sie ihre Urlaube jetzt in der fährelosen Zeit.“ Außerdem würden Reparaturen durchgeführt.

Und schließlich sei man vom Hochwasser abhängig, sagt der Kapitän der Hardenstein. Christoph Heemann: „Selbst jetzt an den schönen Tagen war das Hochwasser so stark, dass wir nicht hätten fahren können.“ Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch weist darauf hin, dass man die Fähre „nicht einfach aus der Garage wie ein Auto holt. Das ist ein aufwändiges Verfahren“.

Zum Beispiel würden regelmäßig die Batterien geprüft, die die Fähre antreiben. Wenn Zellen kaputt seien, müssten sie ausgetauscht werden. „Die wiegen schon ein paar Tonnen und sind nur mit schwerem Gerät zu heben. Das braucht Vorlauf“, so Strauch.

In dieser Saison waren auch einige Luken undicht. Da wurden undichte Stellen zugeschweißt und mit Gummiringen abgedichtet. Zur Zeit werden die Wasserstandsmelder ausgetauscht. Das sind 15 Stück. Denn das Schiff besteht aus 15 wasserdichten Abteilungen. Aber das größte Problem sind die Batterien.

Die Fähre bekommt in diesem Jahr für über 6000 Euro neue Batteriezellen. Zur Zeit liegt sie noch im Winterquartier in der Schleuse. Oberskipper Heemann: „Aber sobald die Strömung es zulässt und kein weiteres Hochwasser zu erwarten ist, bringen wir sie an den Nachtanleger, wo sie während der Saison liegt.“

Das ist ungefähr 200 Meter ruhraufwärts, wo sich auch die Stromversorgung befindet, an der die Fähre Hardenstein jede Nacht geladen wird. Da werden die Batterien dann ausgetauscht, weil der Kran an der Schleuse nicht nah genug an das Schiff herankommt. Voll geladen, kann es dann Ende März wieder heißen: Leinen los!

WAZ-Bericht von Michael Vaupel

13.02.2019: Beliebte Wittener Kneipe „Zum Alten Fritz“ steht vor dem Aus

Simone Germer (48) und Saad Doraji Raghiveh (32) sind Mitarbeiter der Kneipe Zum Alten Fritz. Foto: Svenja Hanusch
Simone Germer (48) und Saad Doraji Raghiveh (32) sind Mitarbeiter der Kneipe Zum Alten Fritz. Foto: Svenja Hanusch

WAZ. Die Beschäftigungsgesellschaft Wabe betreibt in Witten nicht nur die beiden Ruhrtal-Gastronomien Schleusenwärterhaus und Zollhaus Herbede, sondern auch eine eigene Kneipe – „Zum Alten Fritz“ an der Augustastraße. Doch nun steht das beliebte Lokal mit syrischer Küche auf der Kippe.

Ende Februar wolle die Wabe in einer Klausurtagung entscheiden, wie es mit dem Fritz weitergeht, sagt Projektleiterin Susanne Fuchs. Bis Juli bleibt das Lokal geöffnet, dann wechseln die Mitarbeiter für den Saisonbetrieb ans Schleusenwärterhäuschen. Ob der Alte Fritz seine Eichentür nach dem Sommer noch mal öffnet, ist fraglich.

„Wirtschaftlich ist der Fritz nicht“, sagt Susanne Fuchs. Die hohen Kosten – wie Miete, Energie, Müll – und der betagte Zustand der einst urdeutschen Eckkneipe sprechen für sich. Eigentlich müsste man hier kräftig investieren.

Andererseits hat sich das 2016 gestartete Projekt für Langzeitarbeitslose im letzten halben Jahr zum kulinarischen Geheimtipp gemausert. Einen großen Anteil daran hat Koch Saad Doraji Raghiveh (32), der vor sechs Jahren als Flüchtling aus dem Iran nach Witten kam. Er ist froh, im Fritz eine Anstellung gefunden zu haben. „Es ist nicht gut, zuhause zu bleiben“, sagt er, während er mittags schon arabische Gerichte wie Kichererbsen, Auberginen, Falafel und Knoblauch-Dip für den Abend vorbereitet. Zur Hand gehen ihm andere Flüchtlinge.

Viele Wittener schätzen auch den Saal der Kneipe – wo gibt es so was noch? Öfter finden dort Vereinsversammlungen statt. Auch die Zahl der kulturellen Veranstaltungen wächst. „Seit Herbst läuft es richtig gut“, sagt Mitarbeiterin Simone Germer. Inzwischen habe man sogar Aufträge für Catering. Susanne Fuchs bestätigt die positive Resonanz. „Wir werden zur Adresse. Gastronomie braucht eben einen langen Atem.“

Den hat die Wabe schon länger als ursprünglich gewollt. Am Anfang stand das Projekt „Sprache und Beschäftigung“ für Flüchtlinge. „Da haben wir gemerkt, dass alle Teilnehmer eine Affinität zum Kochen haben“, sagt Fuchs. Weil es schwer war, Praktikumsplätze zu finden, wurde kurzerhand selbst eine Kneipe eröffnet. Im Februar 2017 startete der Fritz. Das Qualifizierungsprojekt ist nun abgelaufen, die Wabe hat den Mietvertrag aber bis zum Sommer verlängert.

Wie es „mit unserem Baby“ weitergeht, so Simone Germer, das sorge sie. „Ich war wirklich sehr lange arbeitslos. Dann habe ich bei der Wabe als 1,50 Euro-Kraft angefangen.“ Im September bekam sie dann einen Zweijahresvertrag. „Und mir macht das hier Spaß.“

Susanne Fuchs könnte sich auch vorstellen, mit dem Fritz an einen anderen Standort zu ziehen. Sie betont: „Das Konzept ist gut, aber es muss sich tragen. Die Wabe kann kein neues Qualifizierungsfeld eröffnen, dass da heißt: Rettet die Wittener Kneipen.“

Die Wabe ermöglicht mit Geldern von Land und EU Langzeitarbeitslosen den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben. 13 Menschen haben zurzeit einen Zwei-Jahres-Vertrag in Bereichen, die einen Nutzwert für alle Bürger bringen. Hinzu kommen viele Menschen, die einer „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandentschädigung“ nachgehen – die 1,50-Euro-Jobs.

Das Schleusenwärterhaus am Hevener Ruhrufer hat sich zum Flaggschiff der Ruhrtalgastronomie entwickelt. Auch hier war der Anlauf lang: Von 2005 bis 2014 sanierte die Wabe das historische Gebäude. 2015 brannte es komplett aus. Dank vieler Spenden konnte es erneuert werden. Saisoneröffnung (und Start der Hardensteinfähre) ist am 29. März.

Auf der Herbeder Ruhrseite befindet sich das ehemalige preußische Brückenwärterhaus. Dieses Zollhaus, im Besitz der Firma Lohmann, wurde 2013 von der Wabe eröffnet und wird ganzjährig betrieben. Beide Häuser bieten auch sinnvolle Beschäftigungen für andere Qualifizierungsmaßnahmen der Wabe, wie die Gartenlandschaftsbauer.


Kontakt und Öffnungszeiten

Geöffnet: dienstags bis samstags, 18-22 Uhr, Augustastraße 27. Unter 169 20 54 können Tische und Räume reserviert werden.

WAZ-Bericht von Susanne Schild

 

10.02.2019: Die Wittener Walze bittet um Spenden

Die Walze betreibt seit 2015 ein Second Hand Kaufhaus an der Kreisstraße in Rüdinghausen. Foto: Archiv, Thomas Nitsche
Wie in Witten (Foto) soll in naher Zukunft auch eine Fähre zwischen Stiepel und Blankenstein fahren. Foto: Kai Kitschenberg

WAZ. Die Walze sucht wieder Spender von Möbeln, Deko und Einrichtungsgegenständen. Die Spenden werden aufgearbeitet und dann in der Möbel-Börse in Rüdinghausen angeboten. Von Studierenden über junge Familien bis zum Senior kann jedermann im breiten Sortiment der Walze fündig werden.

Die Walze bietet dabei nicht nur eine nachhaltige Weiterverwendung von Möbeln, Haushaltsgegenständen und Accessoires an, sondern qualifiziert langzeitarbeitslose Menschen, um ihnen den Wiedereinstieg auf den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Wer die Walze unterstützen wil und Gegenstände für den guten Zweck abgeben möchte, die weiterhin verwendet werden können, kann in die Verkaufsräume an der Kreisstraße 74 in Rüdinghausen kommen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 9.30 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr.

Außerdem können Bilder per Whatsapp an 0163 2716173 oder per Mail an moebelboerse@­wabembh.de gesendet und nachgefragt werden, ob die Gegenstände wieder aufgearbeitet und weiterverkauft werden können. Kleiderspenden werden übrigens derzeit nicht benötigt.

WAZ-Bericht

29.01.2019: Warum Wittens Nachtigallbrücke bis Ostern gesperrt bleibt

Das Geländer ist neu, die Stahlplatten sind montiert. Aber noch fehlt ein rutschfester Anstrich.  Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services
Das Geländer ist neu, die Stahlplatten sind montiert. Aber noch fehlt ein rutschfester Anstrich. Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

WAZ. Aus geplanten drei Monaten werden neun. Die Sanierung der maroden Nachtigallbrücke dauert deutlich länger als geplant – wobei die Brücke ja im Wesentlichen fertig ist. Doch weil es mit den Restarbeiten vor dem Wintereinbruch nicht mehr geklappt hat und nun auch auf eine provisorische Öffnung verzichtet wird, soll die Brücke erst mit Beginn der Osterferien, Mitte April, wieder freigegeben werden.

Bis dahin hat die Sperrung zwischen Innenstadt und Muttental etliche Radfahrer und Fußgänger Nerven gekostet. „Wir haben fast immer Radfahrer an unserem Zaun stehen, die nicht weiter wissen“, sagt Hannsjörg Frank, Anwohner und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Muttenthal.

Wie berichtet, hatte die Sanierung nach den Sommerferien Ende August 2018 begonnen. Für 550.00 Euro wurden vor allem die angefaulten Holzbohlen der Brücke durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Die Stahlplatten sind auf die neuen Träger montiert und müssen nur noch mit einem rutschhemmenden Epoxydharz gestrichen werden. Dafür braucht es aber mehrere Tage bei mindestens zehn Grad über Null. Das war seit Mitte November nicht mehr der Fall und so konnte diese Arbeit vor dem Wintereinbruch nicht mehr erledigt werden. Auch sind die Geländer nicht verschlossen und die Beleuchtung ist noch nicht montiert.

Diese Bauverzögerung kann Feldbahner Hannsjörg Frank nachvollziehen. Nicht aber, warum man von Zeche Theresia die Brücke nicht provisorisch öffne, anstatt sie über Monate in den Dornröschenschlaf zu schicken. Frank: „Notfalls legt man Kunstrasen drauf. Der kostet nicht viel und unser Verein hätte dafür anschließend Verwendung.“

Wenn die Muttenthalbahner bei schönem Wetter auf ihrem Gelände an der Nachtigallstraße arbeiten, werden sie häufig von Fußgängern oder Radlern nach dem Weg gefragt, obwohl eine Umleitung ausgeschildert ist. Allerdings weist die Absperrung auf den 30.11. als Bauzeitende hin. Auch Anwohner ärgern sich. „Ich habe Nachbarn, die mit dem Rad zur Arbeit fahren. Jeden Tag sind das zusätzlich drei Kilometer“, so Frank.

Die Stadtverwaltung hatte im Dezember selbst noch an eine provisorische Lösung gedacht, sie aber wieder verworfen. „Der personelle und finanzielle Aufwand ist einfach zu hoch, um einen Übergangsbelag aufzubringen und kurz danach wieder zu entfernen“, sagt Sprecherin Lena Kücük. Außerdem seien die Sicherheitsauflagen gerade bei Brücken hoch.

„Das Gemecker war schon sehr groß“, bestätigt Christoph Heemann, Kapitän der Hardenstein-Fähre, den Ärger der Ausflügler. Bis zum Saisonende am 31. Oktober hat er noch Ruhrtaltouristen befördert, die wegen der Brückensperrung auf die Fähre auswichen. Erst Ende März wird das Schiff den Betrieb wieder aufnehmen. Ginge das nicht früher? Heemann: „Nein, der hohe Wasserstand der Ruhr in den Wintermonaten macht das Fahren unmöglich.“

Also heißt es weiter: die Umleitung nehmen. Sie führt über die Nachtigallstraße und die Bommeraner Ruhrbrücke am Ruhrdeich entlang. Man habe bewusst die Sanierung in den Herbst und Winter verlegt, wenn eh weniger Radler unterwegs sind, sagt Lena Kücük. Sie verspricht: Sobald die ersten warmen Tage kommen, wird weitergearbeitet. „Und dann öffnen wir die Brücke für Jahrzehnte.“

Blick in die Geschichte: die Nachtigallbrücke

1853 wurde die erste Nachtigallbrücke aus Holz gebaut – die Kohlewagen der Zeche wurden auf Gleisen bis zum Wittener Bahnhof gezogen und dort in die Kohletransporte der Bergisch-Märkischen Eisenbahn verladen. Nach Stilllegung der Zeche 1892 diente die Brücke Fußgängern und Fuhrwerken. 1938 wurde sie abgerissen.

Erst 1988 entstand die heutige Nachtigallbrücke, die in den letzten Jahren immer wieder ausgebessert wurde. Im August 2018 brach ein Lieferwagen in den morschen Holzbohlen ein.

WAZ-Bericht von Susanne Schild

08.12.2018: Mit einem Bonanza-Fahrrad fing alles an

Er selbst fährt für sein Leben gern Rad. Dieser Leidenschaft hat Frank Lojda letztendlich den Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit zu verdanken.
Hier sieht man kaum den Größenunterschied: Dabei misst Frank Lojda (re.) stolze 2,10 Meter, Redakteur Jürgen Augstein-Peschel (li.) nur 1,80 Meter. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. In der Radstation, die inzwischen in den Keller des Hauptbahnhofs gezogen ist, muss Leiter Frank Lojda höllisch aufpassen. Schließlich will sich der gebürtige Wetteraner (53) nicht den Kopf an der niedrigen Decke stoßen. Das kann bei 2,10 Meter Körpergröße schnell in den Katakomben passieren. Hoch genug waren jetzt zum Glück die Räume im Medienhaus, wo ihn Redakteur Jürgen Augstein-Peschel für die neue Serie „Auf einen Kaffee!“ zu einem Gespräch über Länge, das Radfahren, Arbeitslosigkeit und privates Glück empfing.

Haben Sie mit Ihren 2,10 Meter eigentlich mal Basketball gespielt?

Lojda: Nein, das war in meiner Jugend nicht so verbreitet. Damals spielte man eher Fußball oder Handball. Basketball war noch eine Randsportart. Ich bin dafür immer schon gern Rad gefahren.

Erinnern Sie sich an Ihr erstes Rad?

Das war ein Bonanza-Fahrrad in Orange mit dem berühmten Bananensattel, Chopper-Lenker und Dreigang-Knüppelschaltung. Da zahlt man heute richtig Geld für.

Wie war Ihre Jugend, wo sind Sie „groß“ geworden?

Ich hatte eine normale schöne Kindheit. Mein Vater war Kraftfahrer im Nahverkehr, meine Mutter erst Hausfrau, später Maschinenarbeiterin. Ich hatte ein liberales Elternhaus. Das Gymnasium hab’ ich in der zwölften Klasse abgebrochen, weil ich arbeiten wollte.

Also eigenes Geld verdienen?

Ja. Ich hab’ eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer angefangen, musste sie aber aus körperlichen Gründen wieder abbrechen, weil ich von Geburt an unter einer genetisch bedingten Krankheit leide, dem Marfan-Syndrom.

Was ist das?

Das ist ein Defekt, der das Bindegewebe im ganzen Körper schädigt. Dies führt unter anderem zu diesem typischen Körperwuchs, lang und dünn. Weil die Gefahr besteht, dass die Aorta reißt, also die Hauptschlagader, wurde ich 2009 operiert und der obere Teil durch eine Prothese ersetzt. Ich nenne sie meinen Gardena-Gartenschlauch.

Wie stark hat diese Krankheit Ihr Leben beeinträchtigt?

In der Jugend schon stark. Ich war körperlich nicht so leistungsfähig und in der Pubertät hatte ich es bei den Mädchen schwerer.

Haben Sie gelernt, mit dieser Krankheit umzugehen?

Oh ja. Je älter man wird, um so besser geht es. Ich habe seit vier Jahren eine Lebenspartnerin, mit der ich auch zusammenwohne.

Wie kamen Sie zur Radstation?

Ich hatte erst eine kleine Kneipe, die „Perle“ in Wetter, später habe ich noch eine Ausbildung zum Medizinisch-Technischen Radiologieassistenten gemacht. Nach vier Jahren Arbeit im Klinikum Dortmund wurde ich wegrationalisiert.

Dann waren Sie arbeitslos?

Ja, insgesamt sechs Jahre, bis ich 46 wurde. Durch Zufall hat mich meine Sachbearbeiterin im Jobcenter dann mal mit dem Fahrrad gesehen und mir einen Ein-Euro-Job in der Radstation vorgeschlagen.

... die Sie inzwischen leiten.

Ja, ich hatte mich so gut eingearbeitet, dass ich 2012 eingestellt wurde und die Leitung übernommen habe. Seit 2014 habe ich eine unbefristete Stelle.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit?

Mir gefällt die Fahrradtechnik und das Thema Tourismus, auch der Kontakt mit Kunden und Mitarbeitern. Die Wabe als Betreiberin beteiligt mich an allen Entwicklungen zusammen mit Geschäftsführer Thomas Strauch. Wir haben etwa beispielsweise den Gepäcktransport für Radtouristen auf dem Ruhrtalradweg übernommen und inzwischen auch deutlich mehr Mieträder.

Was wünschen Sie sich zu Weihnachten, Herr Lodja?

Gesundheit und dass es so weitergeht wie in den letzten Jahren, beruflich und privat. Ich geh’ in meinem Job auf, auch mit den vielen unterschiedlichen Charakteren hier in der Radstation, und bin mit meiner Partnerin glücklich.

WAZ-Bericht

26.11.2018: Willkommene Finanzspritze für die geplante Ruhrtalfähre

Wie in Witten (Foto) soll in naher Zukunft auch eine Fähre zwischen Stiepel und Blankenstein fahren. Foto: Kai Kitschenberg
Wie in Witten (Foto) soll in naher Zukunft auch eine Fähre zwischen Stiepel und Blankenstein fahren. Foto: Kai Kitschenberg

WAZ. „Wir befinden uns auf einem ziemlich guten Weg“, freut sich Christian Haardt, der neue Vorsitzende des Vereins „Ruhrfähre Stiepel-Blankenstein“. Wann man das erste Mal übersetzen kann, steht zwar nach wie vor in den Sternen. Aber die Initiatoren der Idee, die frühere Flussverbindung zwischen Bochum und Hattingen wieder aufleben zu lassen, sind aktuell guter Dinge.

Das liegt auch einer Finanzspritze durch die Stadtwerke Bochum. „Wir zählen zu den Zukunftsprojekten, die als förderungswürdig eingestuft wurden“, freut sich Christian Haardt über den Geldsegen – immerhin stolze 85.000 Euro. Die stehen dem Verein gut zu Gesicht. Haardt: „Das ist schon die halbe Miete für die Entwicklung der notwendigen Infrastruktur.“

Damit sind die beiden Anlegestellen gemeint, die an den Ufern erreichtet werden müssen. Und der Nacht-Ankerplatz, der von der alten Anlegestelle am Restaurant „Zur alten Fähre“ aus gesehen 50 Meter weiter Richtung Stausee liegen soll. Dort existiert bereits eine Starkstromleitung, die nur noch ein bisschen bis zum Ufer verlängert werden muss, damit wir die elektrobetriebene Fähre nachts aufladen können“, erklärt der CDU-Kreisvorsitzende Haardt.

Insgesamt werden für den Bau der drei Anlegestellen rund 150.000 Euro veranschlagt. Zusätzlich zu den 85.000 Euro von den Stadtwerken, die in zwei Tranchen ausgezahlt werden, benötigt der Verein also noch Geld. „Da ist einiges im Schwange“, berichtet Christian Haardt von „konkreten Gesprächen mit Leuten, die bereit wären, unser Projekt zu unterstützen“.

Ein Knackpunkt war zuletzt eine fehlende Sozialstation (Toilette/Umkleide) für den Kapitän der Fähre. Hierfür gibt es nun laut Christian Haardt auch eine Lösung: „Der Kanuclub Wiking Bochum stellt uns Räume zur Verfügung. Die reichen zunächst einmal aus.“

Kontakt zum Verein „Ruhrfähre Stiepel-Blankenstein“: Tel. 0234/ 46 10 44.

Parallel dazu läuft das Genehmigungsverfahren für den Fährbetrieb. „Wir haben den Genehmigungsantrag Anfang Juni bei der Bezirksregierung in Arnsberg gestellt“, erklärt Christian Haardt. Doch es gab ein paar Nachforderungen. Etwa eine Konkretisierung des Fährweges. „Die Fähre darf sich dem Wehr des Wasserkraftwerkes nicht mehr als 50 Meter nähern“, verrät Haardt. Der Nachweis, dass dieser Abstand eingehalten wird, sei nun nachgereicht worden. Auch die Unterlagen zur Fähre wurden auf Wunsch erweitert.

In zwei Wochen will sich Haardt nach dem aktuellen Stand des Genehmigungsverfahrens erkundigen. Seiner Ansicht nach „haben wir alle Voraussetzungen für eine Genehmigung geschaffen“.

Das übrige Feld ist ohnehin schon bestellt. Betrieben wird die Fährverbindung Stiepel-Blanken­stein künftig von der Wittener Wabe (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung), die auch seit Jahren die Fähre in Witten über die Ruhr gleiten lässt. Zwischen Stiepel und Blankenstein soll eine kleinere Fähre aus Witten mit Platz für 16 Personen verkehren.

WAZ-Bericht von Gernot Noelle

21.11.2018: Projekt für Langzeitarbeitslose läuft zum Jahresende aus

v.l.: Moritz Schneider (VHS), Irena Cichy (Wabe), Anke England (Stadt Witten), Stefanie Schubert (Kolping), Silke Wagner (Awo) und Reinhard Pach (BIWAQ). Foto: Jürgen Theobald
v.l.: Moritz Schneider (VHS), Irena Cichy (Wabe), Anke England (Stadt Witten), Stefanie Schubert (Kolping), Silke Wagner (Awo) und Reinhard Pach (BIWAQ). Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Wer lange arbeitslos ist und dazu noch in einem benachteiligten Stadtviertel wohnt, der sollte durch das bundesweite Förderprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (Biwaq) bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Etwa durch Beratung oder Qualifizierung.

Rund 1,6 Millionen Euro sind in den letzten dreieinhalb Jahren dafür aus EU- und Bundesmitteln an die Stadt Witten für Annen und Heven-Ost/Crengeldanz geflossen. Die beteiligten Projektpartner – Stadt, VHS als koordinierende Stelle, Kolping-Bildungszentren Ruhr, Quabed (Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft der Diakonie EN/Hagen), Awo und Wabe (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung) – zogen nun Bilanz.

290 Menschen wollten die Projektpartner erreichen. „Teilgenommen haben 234“, sagt Moritz Schneider von der Volkshochschule. Das sei bei solchen Projekten eine gute Auslastung. Voraussetzung war lediglich ein Alter von mindestens 27 Jahren und länger als zwölf Monate arbeitslos zu sein.

„Was die Vermittlung in Arbeit angeht, sind wir hinter unseren Erwartungen zurück geblieben“, räumt Schneider ein. Lediglich 29 Menschen haben nach der Teilnahme an einem der vier Biwaq-Projekte eine Anstellung gefunden, 14 machen eine weitere Qualifizierung.

Startschwierigkeiten hatte etwa das Kolping-Bildungszentrum. Ursprünglich wollte man neben einer sechs Monate dauernden Qualifizierung zur Servicekraft im Gastgewerbe auch eine zwei Jahre dauernde Ausbildung zur Fachkraft für Küchen, Möbel und Umzugsservice anbieten. „Wir haben dann schnell gemerkt, dass die Teilnehmer damit überfordert waren“, berichtet Stefanie Schubert. Also strukturierte man um und bot stattdessen eine „Handwerkliche Grundqualifizierung“ an, die ebenfalls ein halbes Jahr dauert und auch in Teilzeit möglich ist. Diese sei gut angenommen worden.

Auch die Awo passte ihr Angebot „Huckepack“ im Laufe der Zeit an. Darüber sollten alleinerziehende Arbeitslose zurück ins Berufsleben finden. „Das hat nur bei etwa der Hälfte geklappt“, sagt Silke Wagner. Schnell habe man gemerkt, dass die Alleinerziehenden anderweitige Probleme hatten, häufig psychischer Natur.

„Damit stand dann erstmal die Stabilisierung der Menschen im Vordergrund“, sagt die 47-Jährige. „Das Schöne ist, wir haben viele Rückmeldungen erhalten, die sagen, dass die kleinen Teilschritte, die wir mit den Teilnehmern gegangen sind, sehr sinnvoll und auch nachhaltig sind.“

Annen und Heven-Ost/Cren­geld­anz er­hal­ten künf­tig bis 2020 Mit­tel aus dem NRW-wei­ten Pro­gramm „Zu­sam­men im Quar­tier – Kin­der stär­ken – Zu­kunft si­chern“.

In Annen setzt die Quabed ein Pro­jekt für be­nach­tei­lig­te Kin­der und Ju­gend­li­che um, in Heven/Cren­geld­anz die Awo.

Auch die Quabed ist von dem Ziel, in Arbeit zu vermitteln abgerückt. „Wir hatten Teilnehmer, die sehr weit weg waren vom Arbeitsmarkt“, sagt Reinhard Pach. Die Wabe hat 100 Menschen mit „Wir im Quartier“ Grundkenntnisse des Garten- und Landschaftsbaus vermittelt, die Teilnehmer hielten etwa den Rheinischen Esel sauber.

Am 31. Dezember läuft die Biwaq-Förderung aus. Ein Folgeantrag wurde abgelehnt. „Wir hoffen, dass sich die Botschaft „Du wirst gebraucht“ in den Köpfen festegesetzt hat und auch das Projektende überdauert“, sagt Koordinator Schneider.

WAZ-Bericht von Stephanie Heske

13.11.2018: Spielplatz mit Seilbahn an der Friedrichstraße in Hattingen

Erläutern den Umbau: v.l.: Lisa Vavra, Cordula Buchgeister, Kay Richter, Solveig Holste, Bernd Oberschulte und Katrin Lakenbrink. Foto: Fischer
Erläutern den Umbau: v.l.: Lisa Vavra, Cordula Buchgeister, Kay Richter, Solveig Holste, Bernd Oberschulte und Katrin Lakenbrink. Foto: Fischer

WAZ. Passanten, die an der Fläche vorbeikommen, wollen wissen, was hier geschieht. Vor allem die Kinder finden es toll, dass aus dem vormals zugewucherten Platz bald wieder ein richtiger Spielplatz wird. Cordula Buchgeister von der Jugendförderung würde sich am liebsten selbst in den Bagger schwingen und auf der Spielplatzfläche Friedrichstraße/Pestalozzistraße buddeln. Was im Frühjahr möglich sein wird – allerdings für Kleine, die in ihre neue Sandkiste einen kapitalen Bagger bekommen.

Ende 2019 soll der neue Spielflächenbedarfsplan vorliegen. Der alte ist überholt. Mittel sollen über die bestehenden Flächen nicht mit der Gießkanne verteilt werden, sondern schwerpunktmäßig auf zwei Plätzen im Jahr. Im Moment laufen Aktivitäten sonst nur im Rahmen des Stadtumbaus Welper. Dieser Spielplatz bildet insofern eine Ausnahme, als er jetzt gemacht wird. Erst war kein Geld da, dann war das Angebot auf eine Ausschreibung zu teuer.

Die jetzige Baumaßnahme für 30.000 Euro, die Landschaftsarchitektin Katrin Lakenbrink vom Essener Architekturbüro Hoff mit Solveig Holste, Leiterin der Abteilung Stadtbetriebe und Tiefbau, mit Bernd Oberschulte aus dem Fachbereich und Lisa Vavra aus der Jugendförderung vorstellt, passt. Umgesetzt wird sie von der Firma RuhrGewerk, die schon den Hillpark umgestaltet hat. Kay Richter schaufelt mit dem Bagger gerade den Sandkasten frei. Das Unternehmen aus Wetter beschäftigt auch Menschen mit Behinderung. Fast 90 Prozent der Baumaßnahme werden fertiggestellt. Die Seilbahn kommt erst im Frühjahr, die Mittel dafür wurden auf 2019 geschoben.

Es bleibt nicht nur der große Ahorn erhalten. Drei Apfelbäume werden gepflanzt. Der Zugang ist künftig ohne Treppen behinderten- und kinderwagengerecht möglich. Platten werden wiederverwendet auf dem 510 Quadratmeter großen Gelände mit 150 Quadratmetern begrünter Fläche, auf der Drei- bis Zwölfjährige spielen können. Ein Rundweg wird angelegt mit Möglichkeiten zum Sitzen und zum Hüpfen. Außerdem entstehen zugewachsene kleine Tunnel, in denen sich die Kinder verstecken können.

WAZ-Bericht von Brigitte Ulitschka

05.11.2018: Viel Lob für den neuen Hattinger Hillpark

Edelgard Brauksiepe, 75 Jahre, probiert eines der neuen Fitnessgeräte bei der offiziellen Einweihung des Hillschen Gartens aus. Foto: Walter Fischer
Edelgard Brauksiepe, 75 Jahre, probiert eines der neuen Fitnessgeräte bei der offiziellen Einweihung des Hillschen Gartens aus. Foto: Walter Fischer

WAZ. „Ist schön geworden“: Das Lob hört man am Montag öfter während der Eröffnung des Hillschen Parks, der für 200.000 Euro im zweiten Bauabschnitt neu gestaltet worden ist. Viele fanden ihn so schön, dass sie sich nur mit Mühe auf die Terrasse vors Bürgerhaus locken ließen, wo nicht nur die Musik spielte, Kaffee und Brötchen auf die Gäste warteten, sondern auch einige Reden von Bürgermeister Dirk Glaser über Baudezernent Jens Hendrix bis zu Landschaftsarchitekt Armin Henne.

Für den kalten Novembertag waren die vielen Besucher, über die sich nicht nur der Bürgermeister freute, goldrichtig angezogen. Um sich auf die Holzliegen zu fläzen, die fast wie Kunstwerke aussehen, war es allerdings zu frisch. Außerdem ist das Stück noch eingezäunt. Dort muss erst noch Rasen wachsen im neu gestalteten, historischen Park, den zu 80 Prozent das Land bezahlt hat.

Den Gästen blieb auch so Platz zum Flanieren und Probieren im Bewegungsparcours mit Trimmsportgeräten. Sie drängten sich um den letzten von mehreren Fitnesstrainern aus blankem Metall, die feierlich enthüllt und anschließend wie die anderen gleich getestet wurden. Was auch das allerletzte Frösteln vertrieb im offen gestalteten Park mit vielen Sichtachsen. Das Grundstück hatte die Stadt 1980 von der Kaufmannsfamilie Hill gekauft.

Noch in der Findungsphase sind Schachvereinsvorsitzender Wolfgang Linde und Andreas Gehrke von der Freiwilligenagentur. Big Packs – „wie Ikeataschen, nur viel größer“, so Linde – böten die Möglichkeit, die neuen Draußen-Schachfiguren ins Bürgerzentrum zu transportieren und dort unterzubringen. Im Moment verstaut sie der Schachvereinsvorsitzende zerlegt in seinem Auto, damit sie nicht beschädigt werden. Dirk Glaser lag in Bezug auf die neuen Geräte und den Zustand des Parks positives Denken beim Thema Vandalismus am Herzen. Mit dem Getreidefeld am Rathaus habe die Stadt nur gute Erfahrungen gemacht.

Warum es auf dem Gelände nur eine Boulebahn gibt, dazu wollte der Bürgermeister nichts sagen. Der Treffpunkt Kick hatte vor 17 Jahren zwei Bahnen auf dem städtischen Areal zwischen Schul- und Talstraße in Betrieb genommen und bedauert, dass die Stadt nach der Verlegung nur eine Bahn anlegen ließ – „ein großer Nachteil gegenüber der bisherigen Anlage. Das macht Turniere unmöglich.“

Eine über 80-Jährige freut sich dagegen, dass sie barrierefrei mit ihrem Rollator auf die Bahn kommt. Andere Spieler bemängeln, der Untergrund sei noch nicht fest genug.

Angelegt wurde der Park von RuhrGewerk, einem gemeinnützigen Garten- und Landschaftsbauunternehmen, für das Arbeit mehr als nur „Arbeit“ ist, sondern aktive Teilhabe am sozialen Leben und Lebensqualität durch Zugehörigkeit bedeutet.

Das Unternehmen aus Wetter pflegt nicht nur Grün und lässt die Region aufblühen, sondern pflegt auch die Vielfalt seiner Mitarbeiter. Menschen mit Behinderungen bringen ihre Talente und Kreativität in den Arbeitsalltag mit ein.

WAZ-Bericht von Brigitte Ulitschka

23.10.2018: Wittener Ruhrtalfähre verbucht neuen Fahrgastrekord

Beliebt: Die Fähre Hardenstein, hier am Ruhrufer Heven. Foto: Jürgen Theobald
Beliebt: Die Fähre Hardenstein, hier am Ruhrufer Heven. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Schon 161.000 Fußgänger und Radfahrer ließen sich an der Burgruine Hardenstein übersetzen. Die Fähre fährt noch bis zum 4. November.

Die Fähre Hardenstein steht vor einem neuen absolutem Rekordjahr: Stand Ende September haben sich bisher bereits 161.000 Fußgänger und Radfahrer am Schleusenwärterhaus übersetzen lassen. Und bis zum letzten Fahrtag der Ruhrtalfähre am Sonntag, 4. November, rechnet Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch mit dann rund 180.000 Fahrgästen. Der bisherig Rekord waren genau 151 878 Nutzer in der Saison 2017. Diesen würde die Wabe in diesem Super-Sommer dann gleich um 28 000 Fahrgäste übertreffen – das wären 18,5 Prozent mehr.

Der Saisonstart war am 23. März. Üblicherweise fährt die Fähre bis Mitte Oktober. Bei anhaltend schöne Wetter hat die Wabe schon wiederholt verlängert. In diesem Jahr kommt die Sperrung der Nachtigallbrücke als Hauptgrund für die Verlängerung bis zum 4. November hinzu. Die Radfahrer können dann von Bommern aus weiterhin den Ruhrtalradweg südlich der Ruhr nutzen.

Am 4. November wird die Sanierung der Nachtigallbrücke noch nicht beendet sein. „Voraussichtlich Ende November“ sollen dort die Arbeiten abgeschlossen sein und die Brücke wieder freigegeben werden.

Eine weitere Verlängerung des Einsatzes der Fähre hält Thomas Strauch aber nicht für angemessen. Diese dürfen ohnehin nicht bei Dunkelheit fahren und die Zahl der Nutzer gehe inzwischen auch deutlich zurück.

WAZ-Bericht von Johannes Kopps

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