WAZ, 24.11.2011: Winterpause für „Hardenstein“

Die Ruhrtalfähre in ihrem „Trockendock“ auf der Wiese am Schleusenwärterhaus. Noch mal an Bord gingen (v.l) Stefan Arendt, Peter Sobotta, Christoph Heemann, Klaus Köster und Michael Sidivopoulos von der Wabe, die sie betreibt. Foto: Fischer / WAZ FotoPoolWAZ. Rund 134 000 Fahrgäste beförderte die Ruhrtalfähre „Hardenstein“ in dieser Saison. Das waren etwa genauso viele wie in der vorherigen. Jetzt wurde das beliebte Fährschiff zur Winterpause an Land gehievt.

Das „Trockendock“ der Hardenstein ist die Wiese neben dem Schleusenwärterhäuschen. Kapitän Christoph Heemann hofft, dass sie dort vor Vandalismusschäden bewahrt bleibt. Natürlich würde er sich über eine abschließbare Unterstellmöglichkeit freuen, „aber dafür müsste man erst mal einen entsprechend großen Schuppen finden, der dann am besten auch noch in der Nähe liegt, um hohe Transportkosten zu vermeiden“, meint der 44-Jährige. Und das ist bei einem Schiff mit einer Länge von über 15 Metern, 4,60 Metern Breite und rund vier Metern Höhe natürlich gar nicht so einfach.

Durch ihre „Traummaße“ konnte die neue Hardenstein deutlich mehr Gäste pro Fahrt befördern als die deutlich kleinere alte, nämlich 49 statt 16. „Und auch die langen Schlangen am Ufer gehören seit Sommer 2010 der Vergangenheit an“, betont Heemann. Denn in Zeiten der kleineren „Hardenstein“ sei es besonders an sonnigen Wochenenden vorgekommen, dass die am Ufer ausharrenden Gäste bis zu einer Stunde hätten warten müssen, um an die Reihe zu kommen.

Bis zu 150 mal sei die Fähre in Spitzenzeiten hin und her gependelt, erzählt ihr Kapitän: „Der Rekord lag vor einigen Jahren sogar bei 220 mal.“ Und solch dauerndes Pendeln hatte auch seinen Preis: „Bei der kleineren Fähre war dadurch in jedem Jahr mindestens ein Elektromotor hin. Der kostet rund 1000 Euro“, erinnert sich Heemann.

Was ihn aber viel mehr ärgert,war der Vandalismusschaden im August, als Randalierer unter anderem das Bordbuch anzündeten und es brennend in die Steuerelektronik warfen. Erfreut ist Heemann dagegen darüber, dass die „Hardenstein“, die bisher nur eine vorläufige Genehmigung hatte, nun endgültig als Fahrgastschiff zugelassen wurde. Das Gutachterverfahren habe sehr lange gedauert, „aber jetzt dürfte sie sogar auf Bundeswasserstraßen fahren“, erklärt ihr Kapitän stolz.

Tatsächlich fernab Wittens könnte möglicherweise in einiger Zeit die kleinere „Hardenstein“ zum Einsatz kommen, die im vorigen Jahr auf dem Kemnader See pendelte und nun ungenutzt im Kanal am Schleusenwärterhaus liegt. Es habe nämlich unlängst Verkaufsverhandlungen mit Arnsberg gegeben, so Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch. Ein Privatinvestor habe die kleinere Hardenstein kaufen wollen, die Beschäftigungsgesellschaft in Arnsberg würde sie dort gerne als Fährschiff betreiben. Aber weil die dortige Gesellschaft nicht wisse, ob sie von Mittelkürzungen betroffen sei, „sind die Verhandlungen derzeit etwas ins Stocken geraten“, so Strauch.

Auch in Arnsberg würde die kleinere Hardenstein auf der Ruhr pendeln. Und zwar zwischen dem dortigen Ruhrtalradweg auf der einen und Attraktionen wie einem Museum auf der anderen Seite. Die „Kleine“ würde das sicher gut machen, hat sie doch hinlänglich in Witten geübt.

WAZ-Bericht von Michael Vaupel

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