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RN, 02.11.2012: Wabe soll auf Zuschuss verzichten

Das Schleusenwärterhaus wird von Wabe-Mitarbeitern bewirtschaftet. Nach Stadt-Plänen soll die Wabe ab 2016 auf ihren Zuschuss verzichten. (Foto: Lisa Timm)Ruhr Nachrichten. Die Bezirksregierung verlangt der Stadt im Stärkungspakt zur Sanierung ihrer Finanzen zwar vieles ab, doch von jeder Spar-Idee ist sie nicht begeistert. Zum Beispiel von dem Plan, ab 2016 den städtischen Zuschuss für die Wittener Beschäftigungsgesellschaft Wabe zu streichen.

Es geht um die jährlich gezahlten 153.000 Euro. Die Bezirksregierung bezweifelt, dass die Wabe künftig tatsächlich auf diesen Betrag verzichten kann und macht darum auch die Einsparung an dieser Stelle als „Risiko“ in der städtischen Sparbilanz aus.

„Die Wabe hat sich in den letzten Jahren stabilisiert und Überschüsse erwirtschaftet“, erklärt Stadtkämmerer Matthias Kleinschmidt warum er es zumindest für möglich hält, ihren Zuschuss künftig zu streichen. Jedenfalls dann, wenn sich die Förderbedingungen von Bund und Land für die Projekte der Beschäftigungsgesellschaft nicht verschlechtern.

Der Kämmerer geht davon aus, dass sich die Wabe – bis es 2016 ernst werden könnte – noch ein finanzielles Polster zulegen kann: „Darum zahlen wir ihr den Zuschuss trotz ihrer eigenen Überschüsse ja erst einmal noch weiter.“

Die Bezirksregierung ist allerdings skeptisch: „Ohne den städtischen Zuschuss wäre da bisher doch noch kein echter Überschuss gewesen“, betont ihr Pressesprecher Christian Chmel-Menges. In 2010 habe ihr Überschuss bei 97.000 Euro und im letzten Jahr bei 128.000 Euro gelegen. Da es künftig wohl auch keine großen städtischen Aufträge mehr für die Wabe gebe, verschlechtere sich auch ihre Einnahmesituation.

Chmel-Menges verweist darauf, dass die Stadt mit 54 Prozent zudem Hauptgesellschafter der Wabe ist: „Wenn eine Stadt-Tochter im Minus landet, muss sie das selbst ausgleichen.“ Dann sei also auf dem Sparkurs nichts gewonnen. Auch wenn die 153.000 Euro kein Riesen-Posten seien, sei dieses Geld bei der Wabe wohl eher nicht zu holen. Sollte es tatsächlich so kommen, sieht der Kämmerer dennoch den Sparkurs im Ganzen nicht gefährdet: „Die Linie muss stimmen.“

Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe, vermutet, dass der Zuschuss ab 2016 zumindest nicht ganz verzichtbar sein wird: „Vielleicht kann man sich dann auf einen Kompromiss einigen und die Summe verringern.“

Doch immerhin seien es bis dahin noch drei Jahre, und die Wabe werde wie gewohnt alles versuchen, die eigenen Erträge zu steigern. Das sei allerdings nicht einfach: Nicht alle Projekte seien kostendeckend. Die Radstation und die fünf Ruhrtal-Ranger nennt er da in erster Linie. Sie wären gefährdet, sollte es doch mal hart auf hart kommen.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Susanna Linka

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