WAZ, 24.10.2012: Licht-Check für die dunklen Tage

Eine Dynamo ist Pflicht am Rad und liefert Energie. Foto: Klaus GörzelWAZ. Rad rausholen, los fahren, wieder kommen. Im Sommer ist das ganz einfach. Was aber, wenn es am frühen Abend schon zu dunkeln beginnt - und das Licht am Rad nicht funktioniert? Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte das Licht am Rad vor dem Start geprüft werden. Auf jeden Fall einmal zum Herbstbeginn. Wir verraten, worauf zu achten ist.

In vier Schritten lässt sich meist schnell herausfinden, warum die Scheinwerfer vorne und hinten nicht leuchten wollen. Sie heißen der Reihe nach: Scheinwerferbirne vorne, Dynamo, Scheinwerfer hinten, Kabelverlauf. Zusammengetragen hat die Tipps André Handge von der Radstation am Zweibrücker Hof. Die Radstation ist ein Projekt der Wabe, im Kern gedacht für Arbeitslose. Das war Handge auch. Jetzt ist er bei der Wabe sogar fest angestellt.

In Witten und Herdecke werden bei der Wabe Räder untergestellt und repariert. Das ganze Jahr über. In Witten geht’s morgens schon ganz früh los und endet erst am Abend. In Herdecke ist die Radstation nicht ganz so lange besetzt. Und ab der nächsten Woche bleibt die Tür an den Wochenenden zu. „Wegen des Lichts werden wir hier ganz selten angesprochen“, sagt André Handge. Seine Erklärung: An der Radstation in Herdecke kommen viele Radfahrer auf dem Ruhrtalradweg vorbei. Das ist eher ein Sommervergnügen und für den Tag. In Witten ist das schon anders. Da gibt’s auch Pendler, die zu später Stunde merken, dass keine Birne mehr brennt. Das eigene Rad hat André Handge bereits fit gemacht. Zwei Mal im Jahr passiert das. Zur Sicherheit, wie er sagt.

1. Wo anfangen, wenn das Licht am Fahrrad nicht leuchtet? Für André Handge von der Radstation am Zweibrücker Hof ist das keine Frage. Sein erster Griff geht zum Scheinwerfer vorne. Meist lässt sich das Glas zur Seite drehen und dann abnehmen. Manchmal muss erst noch eine Schraube losgedreht werden, die das Glas sichert. Vorher sollte untersucht werden, ob überhaupt noch ein Kabel zum Scheinwerfer führt. Ansonsten Glühbirne herausdrehen. Ist der Faden durchtrennt, muss eine neue her oder ein neuer Halogen-Strahler.

2. Ein Dynamo liefert Energie für die Beleuchtung am Fahrrad. Entweder ist ein Knopf zu drücken oder der Dynamo aus seiner Verankerung zu lösen, damit die Welle am Radmantel anliegt. „Da muss schon Druck drauf sein“, erklärt André Handge. Denn nur wenn die kleine Welle ausreichend gedreht wird, kommt die kleine Lichtmaschine fürs Rad in Gang. Auch wenn es etwas Pedalkraft kostet: Ohne Dynamo ist das Basislicht am Rad nicht zu haben. Bei einem Nabendynamo ist zu prüfen, ob das Kabel steckt.

3.Wenn das vordere Licht nicht brennt, kann das durchaus auch am hinteren Scheinwerfer liegen. „Vorder- und Hinterlicht funktionieren nur im Zusammenspiel“, weiß André Handge von der Radstation. Führt das Kabel wirklich in das Scheinwerfergehäuse? Ist die Birne noch in Ordnung? Sind die Kontaktflächen okay oder sollten sie leicht freigekratzt werden? Diese Fragen sind zu klären. Zum Testen empfiehlt sich oft auch ein Tausch der Birnchen, sofern die Fassungen die gleiche Größe haben.

4. Von den Scheinwerfern führen Kabel zum Dynamo. Das Alter kann den Kabeln zusetzten. Manchmal reißen sie auch bei einem Sturz. Laufen die Kabel am Fahrradrahmen entlang, ist es leicht, sie zu überprüfen. Führen die Kabel auch einmal durch die Stangen, wird die Fehlersuche schwieriger. Manchmal hilft ein äußeres Kabel bei der Überprüfung. Sind die Bruchstellen tatsächlich verborgen, empfiehlt sich der Gang in eine Fachwerkstatt oder ein neues, äußerlich geführtes Kabel.

WAZ-Bericht von Klaus Görzel

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