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17.08.2013: Ranger Alfred Friedlinghaus sucht Nachfolger

Alfred Frielinghaus liebt seinen Job als Ruhrtal-Ranger. (Lisa Timm)Ruhr Nachrichten. Sein Arbeitsplatz ist genau 78 Kilometer lang und dürfte zu den schönsten in Witten zählen: Ranger Alfred Friedlinghaus ist der Mann der ersten Stunde. Er patroulliert seit 2006 auf dem Ruhrtal-Radweg - und sucht jetzt einen Nachfolger.

Zwischen Hengsteysee und Bochum-Dahlhausen kennt er jeden Zentimeter. Als er im Alter von 59 Jahren arbeitslos wurde, kam die Ausschreibung der Wabe gerade recht: Fährleute und Ruhrtal-Ranger gesucht. Alfred Friedlinghaus bewarb sich auf beides. Das Rennen machte der Ranger.

Heute versieht der 67-jährige mit fünf weiteren Kollegen seinen Dienst. Das khakifarbene Hemd mit Aufdruck „Ruhrtal-Ranger“ verleiht ihnen einen offiziellen Anstrich. Alfred Frielinghaus sieht man die Arbeit im Freien an. Er ist braun gebrannt und fit. „Allerdings bin ich seit einem Jahr mehr ins Organisatorische eingebunden“, sagt er.

Doch so oft er es zeitlich einrichten kann, setzt er sich aufs Rad. Schaltzentrale der Ranger ist das Schleusenwärterhaus. Schön mittig gelegen, sind es von dort aus jeweils knapp 40 Kilometer in Richtung Ost und West auf dem Ruhrtal-Radweg im EN-Revier.

Helfen, Beraten, Schützen. Das sind die Hauptaufgaben der Ruhrtal-Ranger. Hierfür werden sie sorgsam geschult. Neben handwerklichem Know-how rund ums Rad muss auch das Erste-Hilfe-Wissen sitzen. „Wir haben Flickzeug, Fahrrad-Schläuche ebenso dabei wie Verbandszeug und Pflaster“, sagt Alfred Frielinghaus.

Er selbst musste erst viermal einen Platten beheben. Und nur an einen wirklich schweren Sturz kann sich Frielinghaus nach sechs Jahren Ranger-Dienst erinnern. „Meist sind es einfache Anliegen, mit denen sich die Nutzer des Ruhrtal-Radweges an uns wenden“, weiß Alfred Frielinghaus.

Daher hat er für die ständig wechselnden Teilnehmer der Wabe-Maßnahmen eine Ranger-Bibel zusammengestellt. Darin steht alles Wissenswerte rund um den Ruhrtal-Radweg. „Damit sind meine Mitarbeiter auf die wichtigsten Fragen vorbereitet, die immer mal wieder von Radweg-Touristen gestellt werden“, so der 67-Jährige. Wo gibt es Übernachtungs-Möglichkeiten? Wo sind die nächst gelegenen Sehenswürdigkeiten? Wo kann man gut einkehren?

Alfred Frielinghaus ist der einzige, der als Ranger einen Festvertrag hat. Bis Ende 2014 möchte er den Posten noch besetzen. Bis dahin will er aus den Reihen der Wabe-Teilnehmer einen Nachfolger finden. „Der sollte um die 60 sein und Flora, Fauna und das Radfahren lieben“, sagt Frielinghaus.

„Als Ranger kann man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden“, stellt er zufrieden fest. Hierfür müsse man auch einen wachen Blick für Unerwünschtes haben. Wie die wuchernde Brombeer-Ranke oder herumliegende Scherben. Auch grillende Zeitgenossen werden auf ihr nicht ungefährliches Tun angesprochen.

„Wir wollen immer nur aufklären, nie belehren“, sagt Frielinghaus, der aber für manche Auswüchse am Radweg kein Verständnis hat. „Bei der jüngsten Abi-Feier am Wehr blieben viele zerschlagene Flaschen zurück“, bedauert Frielinghaus. „Hier watscheln Schwäne rum, die sich an den Scherben verletzen können.“

Im Frühjahr richten die Ranger ihr Hauptaugenmerk auf die ausgewiesenen Naturschutzgebiete. „Viele Menschen wissen nicht, dass sie durch ihr Betreten die Bodenbrüter stören“, so Frielinghaus, „auch wilde Camper sprechen wir an, ihren Müll wieder mitzunehmen. Wir können nur bitten, wir sind nicht weisungsbefugt.“ Und wenn dann doch ein Picknick-Platz vermüllt hinterlassen wird, melden die Ranger das umgehend dem Betriebsamt.

Erst jüngst haben die Ranger dokumentiert, in welchen Bereichen entlang des Weges größere Ansammlungen von Bärenklau wachsen. „Wir haben die Karte zur Stadt geschickt.“ Ähnliche Kooperation erwarten die Ranger aber auch von der Stadt.

Wegen Bauarbeiten wurden kürzlich Radweg-Umleitungen ausgeschildert, die auswärtige Touristen in die Irre geführt hätten. Frielinghaus hätte sich da die Einbeziehung bei der Beschilderung gewünscht, um solche Missverständnisse auszuschließen.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Lisa Timm

 

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