WAZ, 10.08.2012: Radstation muss in den Keller

Noch gibt es Fahrradständer und Fahrradboxen am Hauptbahnhof. Büro und Werkstatt der Radstation wechseln auf die andere Bahnhofsseite. Im Tunnel (Eingang rechts) soll es gesicherte Unterstellplätze geben. Foto: Svenja HanuschWAZ. Wird der Wittener Hauptbahnhof umgebaut, ist die Radstation nicht länger barrierefrei. Büro und Werkstatt liegen dann am Ende einer steilen Treppe, in einem ehemaligen Heizungskeller. 50 Stellplätze fallen weg. Auch ein Teil der Stallplätze vor dem Bahnhof fällt wohl weg.

Wann der Umbau des Hauptbahnhofs beginnt, steht noch nicht fest. Aber zumindest für Rad-Freunde sind Auswirkungen absehbar: Die Zahl der Abstellplätze für Fahrräder wird wohl verringert. Außerdem muss die Radstation umziehen, sie wird kleiner und ist nicht länger barrierefrei. Im September soll es ein erstes Gespräch über Alternativen geben – zwischen Wabe-Chef Thomas Strauch, der auch für die Radstation zuständig ist, und Stadtbaurat Markus Bradtke.

„Das Schicksal des Bahnhofsumbaus kommt absehbar auf uns zu. Wir werden mit der Radstation die Ersten sein, die ausziehen müssen“, sagt Strauch. Im April ist der Pachtvertrag für die Räumlichkeiten ausgelaufen. Bis zum Umbaubeginn dürfe die Radstation aber bleiben, wo sie heute ist. Das habe Markus Bürger, seit Dezember 2010 neuer Besitzer des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes, ihm zugesichert, so Strauch. Man stehe regelmäßig im Kontakt. Eine klare Zeitvorgabe gebe es nicht.

Fest steht zwar, dass die Radstation weiterhin im Hauptbahnhof bleiben kann. Doch die angedachten neuen Räume sind alles andere als ideal. Statt der bisherigen 168 bewachten Stellplätze gibt es dann bestenfalls noch 120. Sie sollen in dem ehemaligen Gepäck-Tunnel verbleiben, den die Radstation bereits heute nutzt. Wer sein Rad dort künftig unterstellt, bekommt Zugang per Chipkarte. Der heutige Hintereingang der Radstation wird dafür umgerüstet. Weil der Tunnel zu niedrig ist, gibt es künftig weniger gesicherte Stellplätze als bisher.

Dramatisch ist das nicht. Denn derzeit sind auch zu Hochzeiten gut 50 Stellplätze in der Radstation unbesetzt. Mit den 120 Plätzen im Tunnel käme man aus, so Strauch. Weniger erfreulich sind die Veränderungen für das Büro und die Werkstatt, die zur Radstation gehören. Die dafür vorgesehenen neuen Räume liegen am unteren Ende einer steilen Treppe. Das Büro und die Werkstatt sollen in den ehemaligen Heizungskeller umziehen, dessen Eingang auf der anderen Bahnhofsseite (zum Busbahnhof hin) liegt. Renoviert sind die Räume noch nicht. Umständlich für die Radstation-Mitarbeiter ist außerdem, dass es dort keine Toilette gibt und keine Ausbaumöglichkeiten.

Andere Räume werden für die Wabe im umgebauten Bahnhof nicht zur Verfügung stehen. „Die Mietpreise, die für unsere heutigen Räume genommen werden könnten, die können wir uns nicht leisten. Darum müssen wir raus“, sagt Strauch. Er hofft noch auf eine ganz andere Möglichkeit und setzt dabei auf die Stadt Witten. „Wenn die Stadt den Bahnhof schon nicht selber kauft, wie es andere Kommunen vorgemacht haben, dann sollte man zumindest ein andere Lösung finden“, führt Strauch aus. Naheliegend wäre es, die Radstation auf die andere Seite der Bergerstraße zu verlegen.

Strauch würde am liebsten ein Gesamtpaket für Zweiräder schnüren – mit einer Lösung für die Radstation wie auch für die Pendler, die ihr Rad draußen abstellen. Radfahren boome, auch wegen der hohen Spritpreise. Um seine These zu stützen, lässt er die Räder und Mopeds zählen, die vorm Bahnhof stehen: Bis zu 80 Räder und 30 Roller sind es gleichzeitig. Auch dafür muss eine Lösung her, wenn die Fahrradbügel der geplanten Außengastronomie weichen müssen. Einen Zeitplan hat Strauch auch. In „drei bis fünf Jahren“ soll en die Radwelt am Bahnhof wieder in Ordnung und die Radstation aus dem Übergangskeller raus sein.

WAZ-Bericht von Anne Wohland

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