17.06.2013: Statt Wegezoll gibt es Essen und Trinken

Lauschiges Plätzchen an der Ruhr: Bei der Eröffnung passte alles. Und ein Leierkastenmann spielte auch noch. Foto:FischerWAZ. Nach langer Planungs- und Bauphase geht das Zollhaus in Herbede in den Betrieb. Die Wabe weihte das Gebäude an der Ruhr mit Musik und Spiel ein. Die Gäste erwartet ein idyllischer Platz am Wasser.

Auf braun glänzenden Stühlen sitzen die Rastenden zwischen Thymian und Rosmarin. Auf den kleinen Grasinseln stehen Töpfe mit blühenden Margariten. Endlich geht das Zollhaus in Herbede in Betrieb: Am Samstag läutete die Wabe die dreimonatige Test-Phase ein - zur Einweihung des Außenbereiches kamen viele Radler und Wanderer über die Lakebrücke, um im Sonnenschein bei Musik Bratwurst oder Flammkuchen zu genießen.

Gut gelaunt begrüßt Projektleiterin Irene Cichy ihre Gäste. In der letzten Woche standen noch viele Arbeiten an: „Vor einer Woche war hier noch nichts gefliest“, berichtet die 54-Jährige und zeigt die noch gerade fertig gewordenen Sanitäranlagen. Von Baustellenatmosphäre ist beim Fest allerdings nichts mehr zu spüren. Astrid Pleij (43) ist mit Sohn Jim (6) und Tochter Sherona (16) runter an die Ruhr gekommen. Während sich der weiße Hund der Familie im Schatten des Tisches ausruht, mampft Jim eine Portion Pommes. „Das ist wirklich gut hier geworden und wird bestimmt angenommen werden“, sagt Astrid Pleij.

Irene Cichy möchte die Gäste mit einem abwechslungsreichen und runden Angebot ködern. Käse- und Wurst-Brötchen werden Hundebesitzer morgens hier erwarten: „Schon um neun Uhr bieten wir Frühstück und Kaffee an“, so die Wabe-Mitarbeiterin in ihrem Element. Für den „Coffee to go“ rückt man dann auch mal vom Zollhaus-Prinzip ab: Anstatt Kuchen auf Papptellern und Cola in Plastikbechern, „soll es hier Teller und Gläser geben“, verspricht Cichy – anders als wenige hundert Meter ruhraufwärts im Schleusenwärterhäuschen am gegenüber liegenden Ufer, wo alles mehr Rastplatzcharakter hat.

Profitieren möchte man auch von der günstigen Lage. Die Routen von Radfahrern, Fußgängern, Hundebesitzern und bald auch noch Inlinern führen direkt an dem alten Gebäude mit den grünen Schlagläden vorbei. Und übers Wasser lässt es sich auch anreisen: Mit der Schwalbe kamen Ursula Russe (82) und Magrid Turek (75). Nun sitzen sie mit Blick auf Kirsch- und Apfelbaum und der dahinter gelegenen Ruhr und essen zu Mittag. „Eigentlich wollte ich den Bauernsalat probieren“, sagt Magrid Turek. Sie hat sich dann aber doch für die Pommes-Currywurst-Variante entschieden. „Der frisch zubereitete Salat hätte mir zu lange gedauert“, sagt sie.

Der frische Salat und die Kuchen werden auch aus eigenen Produkten zubereitet. „Bald pflanzen wir Zucchini und Kürbisse in den Garten“, kündigt Cichy an. Auf zehn Mitarbeiter kann Objektleiterin Petra Köhn (50) an den ersten Verkaufstagen zurückgreifen. „In den Biergarten an der Ruhr kommen bestimmt viele“, hofft Cichy.

Kirschbaum, Ruhr, Sonne und Ruhe sind jedefalls starke Argumente.

WAZ-Bericht von Philip Raillon

 

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