17.08.2016: AWo und Wabe trauen sich was in Wetter

Die Wabe betreibt auch die Fähre an der Burg Hardenstein. Foto: WAZ
Die Wabe betreibt auch die Fähre an der Burg Hardenstein. Foto: WAZ

WP. Das gemeinsame Tochterunternehmen RuhrGewerk geht in Wetter an den Start. Nach der Anschubphase muss der Gartenbaubetrieb laufen.

Noch fließen Zuschüsse in den Betrieb RuhrGewerk, und das nicht zu knapp. 250 000 Euro Starthilfe kommen allein von der Aktion Mensch. Aber irgendwann muss das gemeinsame Tochterunternehmen von AWO und Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung (Wabe) auf eigenen Füßen stehen. „Wir trauen uns was“, sagt Jochen Winter, Geschäftsführer der AWO im Kreis.

Garten- und Landschaftsbau soll das RuhrGewerk betreiben. In dem Unternehmen werden zur Hälfte Menschen mit Behinderung beschäftigt. Alle Mitarbeiter bekommen Tarif. Mit neun geht es los. Die Suche dürfte nicht schwer fallen: Die Wabe hat Kontakt zu Menschen, die schon lange in keinem normalen Arbeitsverhältnis mehr stehen. Die AWO kann Beschäftigte in ihren Werkstätten für Menschen mit Behinderungen ansprechen. Aber es soll auch Ausschreibungen geben. Eine erste Bewerbung liegt schon vor.

Werkzeuge, Maschinen und ein Fuhrpark sollen von der Anschubhilfe finanziert werden. Noch steht nicht genau fest, wohin die Bestellungen geliefert werden müssen. Nur so viel ist klar: „Wir möchten gerne nach Wetter gehen.“ Hier ist die RuhrGewerk gGmbH auch eingetragen.

Damit sich die Gartenbaufirma tatsächlich in Wetter ansiedelt, können die Wetteraner selbst etwas tun. Im Idealfall haben sie eine geeignete Liegenschaft zu bieten. Es reicht aber auch, wenn sie wissen, wo in Wetter eine ehemalige Gärtnerei oder ein Altbauernhof zu finden sind. AWo und Wabe haben deutliche Vorstellungen von dem künftigen Betriebshof: Das Gebäude sollte über eine überdachte, beheizbare Fläche von rund 100 Quadratmetern, Remisen von 150 Quadratmetern und ein großes Außengelände verfügen. 500 Quadratmeter würden reichen. Drinnen werden Umkleiden, Sozialräume und eine Werkstatt gebraucht.

Bevor das RuhrGewerk an den Start gebracht worden ist, wurden eine Potenzialanalyse und ein Businessplan gemacht. Die Stadt Witten war zu überzeugen, der Ennepe-Ruhr-Kreis und der Regierungspräsident. Um nur einige Instanzen aufzuzählen. „Die Philosophie der AWO war nie die der ,beschützenden Werkstätten’“, heißt es in einer Presseerklärung. Vielmehr bemühe sich der Verband, die Werkstätten möglichst nah an der freien Wirtschaft zu orientieren.“

Beim RuhrGewerk in Wetter soll die Schutzzeit irgendwann einmal vollständig abgelaufen sein. „Dann müssen wir uns behaupten“, weiß Jochen Winter. Damit das auch tatsächlich gelingt, sind wichtige personelle Weichenstellungen schon erfolgt: Die Geschäftsführung übernimmt Martin Schneider, Chef der drei AWO-Werkstätten. Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe, erhält Prokura und führt auch das RuhrGewerk mit.

WP-Bericht von Klaus Görzel

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